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Corona-Verschwörungstheorien : Neue Offenheit

Prominenter Verschwörungstheoretiker: Rapper Sido Bild: dpa

In der Corona-Krise sind Verschwörungstheorien präsenter denn je. Mit prominenten Vertretern, wie Xavier Naidoo und Sido, erreichen sie die Breite der Gesellschaft.

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          Es ist das Dope, ya man. Es ist zu stark, und sie sind zu schwach. Das hochgezüchtete Zeug macht ihre ohnehin schon weichen Birnen noch weicher, und sie reden wirren Kram. Wittern Verschwörungen, huhu, und sehen sinistre Kräfte das Rad der Welt drehen. Solche Kerle (Warum sind es eigentlich fast ausschließlich immer nur Männer?) gab es schon immer, doch hatten die eher selten die große Bühne und damit die geballte Aufmerksamkeit für sich.

          Mit der Echokammer Internet hat sich das grundlegend geändert. Der Schmarren kann gar nicht unglaublich genug angerührt sein, als dass er nicht noch mehr Reichweite erlangte.

          Zu dieser Reichweite tragen seit einiger Zeit auch einige deutsche Rap-Stars bei, zuletzt der bisher eher unauffällige Sido. Der Berliner Kuschelrapper, spätestens seit seiner Jurorentätigkeit bei der Fernsehshow „Voice of Germany“ auch einem weniger Rap-affinen Publikum bekannt, hat in einem Interview mit seinem Rap-Kollegen Ali Bumaye in dessen Youtube-Format „Ali therapiert“ allerhand Verschwörungstheorien – von der „neuen Weltordnung“ mit Frankfurt als einem der Drehkreuze bis zum kinderverschlingenden QAnon-Mythos – gestreut, die nur einen Schluss zulassen: Wenn Sidos Allerwertester nicht offen ist, dann muss sein Kopf total leer sein.

          Dieses Schicksal teilt er mit dem wirren Xavier Naidoo, über den eine Theorie (psst, Verschwörung, hihi) sagt, er kiffe einfach zu viel. Wenn es nur das wäre.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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