https://www.faz.net/-gzg-9ngt6

Verschmutzung bleibt Aufreger : Der harte Kampf gegen den Hundekot

Ein Schild in Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass Hundekot nicht auf die Felder gehört. Die Stadt Offenbach geht nun gegen nachlässige Hundehalter vor. Bild: dpa

Immer wieder verschmutzt Hundekot öffentliche Gehwege und Wiesen. Die Stadt Offenbach geht nun verhement gegen nachlässige Hundehalter vor.

          Im schlimmsten Fall muss „Rex“ helfen. So heißt eine spezielle Reinigungsmaschine mit Saugschlauch der Stadt Offenbach, die immer dann zum Einsatz kommt, wenn Hundekot Gehwege und Wiesen verschmutzt. Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, gibt es in der Stadt regelmäßig Hundekontrolltage. Halter, die den Stadtpolizisten dann auf Verlangen keine Tüte für die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners vorzeigen können, müssen ein Bußgeld in Höhe von 25 Euro zahlen.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Die Kontrolltage wurden auch eingeführt, weil sich viele Halter nicht an die Pflicht halten, ihre Hunde anzuleinen. Zuletzt waren die Stadtpolizisten Ende vergangener Woche dafür unterwegs. Sieben Mitarbeiter durchstreiften teils in Uniform, teils in Zivilkleidung von morgens bis abends die Innenstadt und Parkanlagen wie den Büsingpark, die Grünanlage Landgrafenring und den Martin-Luther-Park. Besonders intensiv wurde den Angaben zufolge das Gelände am Mainufer kontrolliert, weil dort in aller Regel besonders viele Halter ihre Hunde ausführen. Am Ende wurden alles in allem 63 Halter überprüft.

          Die meisten von ihnen, acht an der Zahl, verstießen den Angaben zufolge gegen die Leinenpflicht, was jeweils mit einem Verwarngeld von 45 Euro belegt wurde. Kontrolliert wurde von der Stadtpolizei auch, ob die Hunde beim Kassen- und Steueramt der Stadt angemeldet waren, was in fünf Fällen nicht der Fall war. Die Hundehalter haben nun die Chance, ihre Hunde rückwirkend zu melden, wie es weiter bei der Stadt heißt. Versäumen sie auch das, werden entsprechende Entgelte auf der Basis einer Steuerschätzung erhoben.

          „Es wird weitere Aktionen dieser Art geben“

          Aus Sicht des Offenbacher Bürgermeisters und Ordnungsdezernenten Peter Freier (CDU) sind derlei großangelegten Einsätze der Stadtpolizei nötig, um die Regelungen durchzusetzen, die letztlich nicht nur den äußeren Eindruck der Stadt verbessern sollen, sondern auch dem Gesundheitsschutz dienen. „Das Ergebnis der Kontrollaktion zeigt, dass solche Maßnahmen unerlässlich sind. Es gibt klare Regeln, die sind zu befolgen“, sagte Freier und kündigte an: „Es wird weitere Aktionen dieser Art geben.“

          Das Ordnungsamt der Stadt setzt dabei nicht nur auf Sanktion, sondern auch auf Information. An bei Hundehaltern beliebten Strecken finden punktuelle Kontrollen vor allem im Hinblick auf Verunreinigungen durch Hundekot statt. Außerdem macht die Stadt Hundehalter mit Plakaten auf ihre Pflichten aufmerksam.

          Gerade hat die Stadt zudem die Informationsbroschüre „Rund um den Hund“ aktualisiert, in der alle Pflichten der Halter erläutert sind. Außerdem sind in dem Heft die Standorte der Tüten-Spender aufgelistet. Das Faltblatt gibt es in der Stadtwache und online auf der städtischen Homepage www.offenbach.de. Unter der Telefonnummer 0 69/8 40 00 45 45 nimmt der Stadtservice Hinweise auf Stellen entgegen, an denen Hundekot Gehwege, Wiesen und dergleichen verschmutzt. Das Ordnungsamt hat auch eine Telefonnummer eingerichtet, unter der Hinweise auf „uneinsichtige Halter“ entgegengenommen werden. Sie lautet 0 69/80 65 47 47.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wirtschaft in Amerika : Trumps Sommer des Missvergnügens

          Signale eines Konjunktureinbruchs in Amerika machen Trump nervös. Die Wirtschaftslage könnte seine Wiederwahl 2020 gefährden. Die Reaktion des Präsidenten zeigt ein bekanntes Muster.

          Johnson in Paris : In Berlin war mehr Esprit

          Beim Besuch von Boris Johnson betont Präsident Macron die Einigkeit Europas – und bekennt sich zu seinem Ruf, in der Brexit-Frage ein Hardliner zu sein. Zugeständnisse will er gegenüber dem Gast aus London nicht machen – erst recht nicht beim Backstop.

          FAZ.NET-Serie Schneller schlau : Kind oder Porsche

          Die Frauen in Deutschland bekommen ihr erstes Kind deutlich später, im Durchschnitt sind sie mittlerweile älter als dreißig Jahre. Wie aber hängt die Kinderzahl mit dem Bildungsgrad zusammen? Und was kostet ein Kind eigentlich, bis es erwachsen ist?
          Ein Bild von Japans Ministerpräsident Abe wird während einer Demonstration in Südkorea verbrannt.

          Handelskonflikt mit Japan : Südkoreas Angst vor dem Fukushima-Wasser

          Seoul hat Angst vor atomar verseuchter Nahrung aus Fukushima. Deshalb gibt es für Südkoreas Sportler während der Olympischen Spiele in Tokio möglicherweise eine eigene Kantine. Der Konflikt zwischen den Ländern spitzt sich immer weiter zu.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.