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Vermisste Vierzehnjährige : Mädchen in Wiesbaden tot aufgefunden

Polizeifahrzeuge stehen auf einem Feldwegen in Wiesbaden-Erbenheim, wo am Mittwoch die Leiche eines Mädchens gefunden wurde. Bild: dpa

Die Polizei in Wiesbaden hat offenbar die Leiche der vermissten 14 Jahre alten Susanna F. aus Mainz entdeckt. Die Beamten gehen von einem Gewaltverbrechen aus. Tatverdächtig ist ein junger Iraker.

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          Die Wiesbadener Polizei hat am Mittwoch eine weibliche Leiche gefunden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte zunächst nicht, ob es sich dabei um die vermisste vierzehnjährige Schülerin Susanna F. aus Mainz handelt, nach der zuvor mehrere Tage lang intensiv gesucht worden war. Aus Polizeikreisen jedoch war zu hören, dass es „mit Sicherheit“ die Jugendliche aus Mainz sei. Angaben zur Todesursache könnten zunächst nicht gemacht werden, hieß es zudem in einer gemeinsamen Presseerklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft Wiesbaden. Doch geht die Polizei demnach aufgrund der ersten Erkenntnisse von einem Gewaltverbrechen aus. Nach Informationen dieser Zeitung wurden an der Leiche Hinweise darauf gefunden, dass das Mädchen erwürgt worden sein könnte. Auch ein Sexualdelikt schlossen die Ermittler am Tatort nicht aus. Näheres soll die Obduktion ergeben.

          Katharina Iskandar
          Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Rhein-Main“ der Sonntagszeitung.
          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Als dringend tatverdächtig gilt ein 20Jahre alter Mann aus dem Irak, der sich als Flüchtling in Deutschland aufgehalten hatte und zuletzt in Wiesbaden-Erbenheim gelebt hat. Wie aus Sicherheitskreisen zu hören ist, tauchte der Mann jedoch inzwischen unter. Er soll vor einigen Tagen schon gemeinsam mit seiner Familie das Land verlassen haben; offenbar über den Luftweg zurück in den Irak. Die Beamten vermuten, er habe sich somit bewusst seiner Festnahme entziehen wollen.

          Spurensuche läuft

          Bis zum späten Abend waren Dutzende Beamte der Spurensicherung damit beschäftigt, den Fundort der Leiche und die Umgebung zu durchkämmen und nach Hinweisen zu suchen, die etwas über den Hergang des Verbrechens aussagen könnten. Auch erhofften sich die Ermittler Spuren des Täters. Die Auswertung in den Laboren wird in einem solchen Fall mit einer hohen Priorität behandelt. Die Leiche wurde in einem schwer zugänglichen Gelände zwischen einer an Erbenheim vorbeilaufenden Bahntrasse und der Bundesstraße 544 gefunden. Der Fundort war weiträumig abgesperrt.

          Zuvor waren Suchaktionen der Polizei, auch mit einem Hubschrauber und Spürhunden, erfolglos geblieben. Das Mädchen wurde seit dem 22.Mai vermisst. Es war, nachdem es mit Freunden in der Wiesbadener Innenstadt unterwegs gewesen war, nicht zu seinem Elternhaus zurückgekehrt. Am Sonntagabend war schließlich ein neuer Zeugenhinweis eingegangen, der die Polizei auf die Spur in Erbenheim gebracht haben soll.

          Offenbar hatte die Vierzehnjährige den mutmaßlichen Täter zuvor schon gekannt. Darauf deuten Zeugenaussagen hin. Die Ermittlungen gestalten sich nun, nachdem der Verdächtige das Land verlassen hat, jedoch schwierig. Am Donnerstag wollen die Ermittler über den Fall informieren.

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