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Verkehrsexperiment gescheitert : Desaster am Mainufer

  • -Aktualisiert am

Zum Scheitern verurteilt: der gesperrte Mainkai Bild: Lucas Bäuml

Die schwach vorbereitete und schlecht umgesetzte Sperrung des Frankfurter Mainufers war zum Scheitern verurteilt. An diesem verkehrspolitischen Desaster ändert auch der Wunsch der Bürger nichts.

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          Die Sperrung der nördlichen Mainuferstraße in Frankfurt für den Autoverkehr war von Anfang bis Ende ein Trauerspiel. Leichtfertig beschlossen von einer großen Mehrheit der Stadtverordneten – nur die AfD und die „Bürger für Frankfurt“ waren dagegen –, unzureichend vorbereitet und mit wenig Einfallsreichtum umgesetzt von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) und allenfalls rudimentär untermauert mit Zahlen, blieb der auf zwölf Monate befristete Verkehrsversuch auf einer wichtigen Ost-West-Achse der Mainmetropole zum Scheitern verurteilt.

          Im Ergebnis ist nun alles wieder so wie vorher. Nachdem der Mainkai zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke ein Jahr lang Fußgängern, Radlern und Skateboardfahrern vorbehalten war, darf er von Dienstag an auch wieder mit Autos befahren werden. Und für Nichtmotorisierte springen nicht einmal die, eigentlich von einer breiten Mehrheit im Römer gewünschten, Radstreifen an den Straßenrändern heraus. Ein verkehrspolitisches Desaster.

          Per Volksentscheid zum autofreien Mainufer?

          Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich in einer – allerdings schon im vergangenen Dezember durchgeführten – repräsentativen Umfrage 57 Prozent der Frankfurter für eine dauerhafte Sperrung des Mainkais ausgesprochen haben. Der Sozialdemokrat Oesterling wertet das als Bestätigung seines Strebens nach einer „autoarmen“ Innenstadt und hofft, dass seine Partei von dieser Stimmung bei der Kommunalwahl im März nächsten Jahres profitieren werde. Quasi per Volksentscheid könnte es dann doch noch zu einem dauerhaft autofreien Mainufer kommen.

          Schön wäre es allerdings, wenn vor der Entscheidung über die Sperrung von Durchgangsstraßen der ein oder andere im Römer auch die Interessen jener Pendler und Einkäufer aus der Region im Blick behielte, die bei der Fahrt nach und durch Frankfurt auf ihr Auto nicht verzichten können. Zugegeben, Kommunalwahlen in Frankfurt lassen sich mit Stimmen aus Hanau, Offenbach, Darmstadt oder Wiesbaden nicht gewinnen, aber irgendwann wird schließlich auch im Land und im Bund wieder gewählt. Und immerhin hat sich bei der Umfrage vor neun Monaten selbst gut ein Drittel der Frankfurter gegen die Mainufer-Sperrung ausgesprochen.

          Ralf Euler
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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