https://www.faz.net/-gzg-86qf6

Straßenverkehr : Drei populäre Irrtümer über Radfahrer

  • -Aktualisiert am

Zwischen Blech und Bordstein: Wenn Autofahrer den Radweg missachten, wird es für Radfahrer ganz schnell eng. Bild: dpa

Die Straßenverkehrsordnung gilt für alle – und damit auch für Pedaltreter. Dennoch ist ihnen mehr erlaubt, als die meisten Autofahrer wissen.

          2 Min.

          Ausgerechnet ein Abschleppfahrer des ADAC hat neulich einen Radfahrer von der Frankenallee im Frankfurter Gallusviertel zu hupen versucht. Er, der eigentlich die Verkehrsregeln besonders gut kennen müsste, zeigte auf den Radweg neben der Autostraße und behauptete, Radler müssten dort fahren. Das ist ein populärer Irrtum, wie die Deutsche Verkehrswacht jetzt bestätigte.

          Denn den Radweg, darauf weist die Organisation hin, müssen Pedaltreter nur benutzen, wenn er mit einem der drei blauen Radweg-Schilder gekennzeichnet ist. Und das auch nur dann, wenn er befahrbar und zumutbar ist. Liegen etwa Scherben auf der Radelspur, versperren Mülltonnen oder parkende Autos eine sichere Fahrt, machen Baumwurzeln und aufgeworfener Belag das Fahren gefährlich, dürfen Radler auf die Fahrbahn ausweichen. Der Zweiradfahrer darf sich auch auf die Fahrbahn einfädeln, wenn er abbiegen möchte und der Radweg in eine andere Richtung führt.

          Nebeneinanderfahren erlaubt

          An der Frankenallee und an vielen anderen Straßen in Frankfurt, an denen es einen Radweg gibt, hat das Straßenverkehrsamt die Benutzungspflicht des Radwegs aufgehoben und die blauen Schilder entfernt. Die Frankfurter Verkehrspolitik möchte dezidiert die Radler auf die Straße holen und markiert oft auf der Fahrbahn einen entsprechenden Streifen ab. Nur wenn ein Radler auf der normalen Fahrbahn rolle, werde er immer von den Auto- und Lastwagenfahrern gesehen, heißt es. Auf dem Radweg dagegen würden Radfahrer oft übersehen, vor allem von abbiegenden Autofahrern. Die meisten Radunfälle in der Stadt entstünden auf diese Weise.

          Ein weiterer populärer Irrtum lautet: Radfahrer müssen immer hintereinander fahren. Auch wenn es häufig sicherer sei, hintereinander unterwegs zu sein, dürften Radler nebeneinander fahren, sofern sie dabei den Verkehr nicht behinderten, hebt die Verkehrswacht hervor. Mehr als 15 Zweiräder gelten als geschlossener Verband - und in diesem Fall dürfen zwei Radfahrer nebeneinander in die Pedale treten. Dies sei auch für Autofahrer von Vorteil, heißt es bei der Verkehrswacht, weil eine lange einreihige Schlange sich deutlich langsamer fortbewege und das Überholen dann riskanter sei. Auf Fahrradstraßen wie der Bleidenstraße und der Töngesgasse in der Frankfurter Innenstadt ist das Nebeneinanderfahren sogar grundsätzlich erlaubt. Nur weiß das fast keiner, der hinter einem Lenkrad sitzt.

          Wann Musikhören auf dem Rad erlaubt ist

          Ein dritter populärer Irrtum lautet nach Angaben der Verkehrswacht: Musikhören auf dem Rad ist verboten. Grundsätzlich sei es erlaubt, beim Radeln Musik zu hören. Allerdings sagt die Straßenverkehrsordnung: „Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und sein Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“ Musikhörende Radfahrer müssten also gewährleisten, dass sie den Straßenverkehr ausreichend wahrnähmen und vor allen Dingen Warnsignale wie Klingeln und Hupen hörten, sagt die Verkehrswacht. Sie rät deshalb Radlern, aus Sicherheitsgründen auf das Musikhören während des Fahrens zu verzichten. Auch hessische Funktionäre des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) haben sich vor kurzem so geäußert: Radfahren mit Knopf im Ohr sei gefährlich.

          Verboten ist dagegen für alle auf zwei Rädern das Telefonieren mit Handy. Wer dabei erwischt wird, muss ein Bußgeld von 25 Euro zahlen. Nicht erlaubt für Erwachsene ist auch das Radeln auf dem Fußgängerweg, nur kleine Kinder dürfen das. Lediglich die Hälfte der Radfahrer scheint das aber zu wissen.

          Weitere Themen

          In zwei Stufen heraus aus dem Lockdown

          Heute in Rhein-Main : In zwei Stufen heraus aus dem Lockdown

          Schwarz-Grün hat einen neuen Lockerungsplan entworfen. Viele Jugendliche fühlen sich in der Pandemie „vergessen“. Frankfurts ältestes Kino bleibt. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Offenbachs Nordkap

          Geplantes Stadtquartier : Offenbachs Nordkap

          Im Offenbacher Gewerbegebiet am Kaiserlei ist ein spektakuläres Hochhaus geplant. Ein Park soll die Aufenthaltsqualität im Freien verbessern.

          Topmeldungen

          Rettungskräfte in der südisraelischen Stadt Sderot versorgen eine Frau nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen am 12. Mai

          Angriffe in Israel und Gaza : Wenn man die Angst hören kann

          Die Heftigkeit der Angriffe der Hamas und des israelischen Militärs, aber auch der Gewalt in Israel selbst hat viele überrascht. Und alle fragen sich: Wird diese „Runde“ bald vorüber sein und wird sich etwas ändern?
          Erst akzeptiert Musk Bitcoin als Zahlungsmethode für sein Unternehmen Tesla, nun hat er Umweltbedenken.

          Kryptowährung : Bitcoin sind für Tesla zu umweltschädlich

          Der Elektroautohersteller war das prominenteste Unternehmen, welches die Digitalwährung als Zahlungsmittel akzeptierte – nun die Kehrtwende. Der Kurs bricht nach der Nachricht ein. Doch wie schmutzig sind die Kryptowährungen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.