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Käufer gefunden : Condor kann weiterfliegen

Gerettet: Die insolvente Fluggesellschaft Condor kann weiterfliegen. Bild: Maximilian von Lachner

Die Käufersuche hat ein Ende: Die polnische Airline LOT kauft Condor. Die Fluggesellschaft ist jedoch weiterhin auf Sparkurs. Ein möglicher Umzug nach Offenbach oder Eschborn ist nicht die einzige Maßnahme.

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          Die staatseigene Polish Aviation Group (PGL), Muttergesellschaft der polnischen Fluggesellschaft LOT, wird den Ferienflieger Condor übernehmen und als eigene Marke weiterbetreiben. Das haben am Freitag Rafal Milczarski, Chef der polnischen Gruppe, und Ralf Teckentrup, Vorsitzender der Condor-Geschäftsführung, nur wenige Stunden nach der Vertragsunterzeichnung der Presse mitgeteilt.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Was genau die polnischen Investoren für die traditionsreiche Ferienfluggesellschaft zahlen werden, wurde nicht gesagt. In jedem Fall werde man das, was man von dem Überbrückungskredit der KfW-Bank in Anspruch genommen habe, wie vorgesehen bis zum 15. April zurückgezahlt haben. Eine exakte Summe wollte Condor-Finanz-Chef Christoph Debus auch in dieser Hinsicht nicht nennen. Die KfW-Bank, die größte Förderbank der Welt, hatte 380 Millionen Euro bereitgestellt, um die Fluggesellschaft aus dem insolventen Reisekonzern Thomas Cook herauszulösen und gleichzeitig den Geschäftsbetrieb der Fluggesellschaft aufrecht zu erhalten. Teckentrup dankte der Bundesregierung und der hessischen Landesregierung für ihre Hilfe. Diese wiederum zeigten sich am Freitag, dem 24. Januar, erleichtert, dass die Rettung der Condor mit dem Einstieg der polnischen Gruppe geglückt sei.

          Condor will weiterhin Kosten senken

          Das Condor-Management bleibt nach jetzigem Stand im Amt. Airline-Chef Teckentrup will ungeachtet des neuen Investors die Sparbemühungen in seinem Haus fortsetzen. Außer dem schon in die Wege geleiteten sozialverträglichen Abbau von mehr als 300 der ursprünglich einmal 4900 Mitarbeiter will die Condor auch die sonstigen Kosten senken. Auch ein Wegzug der Unternehmenszentrale aus dem Frankfurter Stadtteil Gateway Garden wird erwogen, wie aus dem Condor-Management zu erfahren war. Die dortigen Mietverträge laufen noch zwei Jahre.

          Teckentrup selbst sagte auf Nachfrage, dass er inzwischen auch sehe, dass man anderswo erheblich geringere Gewerbesteuer zahle. Es ist also nicht auszuschließen, dass Condor in absehbarer Zeit Gateway Garden verlassen könnte, womöglich in Richtung Eschborn oder aber nach Offenbach. Der Offenbacher Oberbürgermeister und oberste Wirtschaftsförderer der Stadt Felix Schwenke (SPD) hat auf Anfrage bestätigt, er stehe jederzeit für Gespräche mit Airline-Chef Teckentrup zur Verfügung. Die Stadt hat etwa an der Grenze zu Frankfurt am Kaiserlei gerade mit Hochdruck ein neues Gebiet zur Ansiedlung von Unternehmen entwickelt.

          Kein weiterer Personalabbau

          Von einem weiteren Personalabbau bei Condor war am Freitag nicht die Rede. Man brauche die Mitarbeiter, um die Wachstumspläne in die Tat umsetzen zu können, sagte Milczarski. Über mögliche Synergien, die im Falle solcher Übernahme immer angestrebt werden und vor allem den Abbau von Doppelstrukturen bedeuten, wollte der Chef des polnischen Staatsunternehmens gestern noch nicht im Detail sprechen. Er hob zugleich hervor, dass seine Unternehmensgruppe, zu der die LOT und in Zukunft auch die Condor gehören, konsequent auf Wachstum ausgerichtet sei. Alleine um die Langstrecke der Condor und der LOT weiter auszubauen, gehe er derzeit davon aus, dass man innerhalb der nächsten vier Jahre rund 30 neue Langstreckenflugzeuge kaufen werde. Für Condor gebe es keine Unsicherheit mehr, die Airline solle vielmehr stark wachsen. Zu diesem Zweck soll die Condor nun auch verstärkt im Ausland Flüge anbieten.

          Die am Freitag verkündete Rettung der Condor war offenbar auch ein Rennen gegen die Uhr. Zwar gab es etliche ernstzunehmende Interessenten für den nach eigenem Bekunden profitabel arbeitende Ferienfluggesellschaft. Aber die Zeit, um das Schutzschirmverfahren rasch zu beenden, war knapp, wie es hieß. Deshalb sei auch erst am Freitagmorgen der Vertrag zur Übernahme der Condor unterschriftsreif gewesen.

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