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Vergrößerung des Areals : Römerpolitiker gegen Verlagerung des Frankfurter Zoos

„Grüne Lunge“: Der Frankfurter Zoo hat in der Innenstadt nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Idee eines Außenzoos am Stadtrand stößt in der Mainmetropole auf Ablehnung. Im Umland erwärmt sich dagegen mancher für den Vorschlag.

          Am deutlichsten wird der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef: Von dem Vorschlag, den Frankfurter Zoo von der Innenstadt an den Stadtrand zu verlegen, hält er „schlichtweg nichts“. Der SPD-Politiker reagiert damit auf den Vorschlag von Regionalverbandsdirektor Thomas Horn (CDU), den jetzigen Standort des Tierparks zu räumen und zu veräußern und mit dem Gewinn einen großzügigen Landschaftspark im Nordwesten der Stadt nahe Steinbach und Oberursel zu schaffen.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          In Frankfurt sei in der Vergangenheit immer wieder beraten worden, ob der Zoo von seinem seit mehr als 100 Jahren angestammten Platz am Alfred-Brehm-Platz verlagert werden sollte, sagte Josef. Die Idee von Horn sei also nicht neu. In der Stadt habe man sich jedoch bewusst anders entschieden und sehe die Innenstadtlage trotz der beengten Verhältnisse heute als Alleinstellungsmerkmal des Tiergartens. Deshalb seien allein in den vergangenen Jahren 30 Millionen Euro in den Zoo investiert worden.

          Erstaunen ausgelöst

          Dass Horn als neuen Standort ausgerechnet die Flächen nahe der A5 im Nordwesten Frankfurts vorschlägt, hat im Planungsdezernat der Mainmetropole Erstaunen ausgelöst. Die Frankfurter Pläne, dort ein neues Wohnviertel zu schaffen, waren nämlich bisher weder bei den Nachbarstädten Steinbach, Eschborn und Oberursel noch bei Horn auf Zustimmung gestoßen. Der Chef der regionalen Planung hatte stets angeführt, dass eine Bebauung dort „den Rubikon“ überschreite. Andernfalls laufe die Region Gefahr, so Horn, dass durch den neuen Stadtteil die bisher eindeutige Struktur der Städte im Vordertaunus zu lasten eines „Siedlungsbreis“ aufgegeben werde. „Schön, dass die Autobahn nun doch keinen Rubikon mehr darstellt“, äußerte deshalb Josef gestern.

          Wie berichtet, hatte Horn als Argument für die Verlagerung des Tierparks angeführt, dass die Baukonjunktur mit Bodenhöchstpreisen es ermögliche, den neuen, großzügig als Landschaftspark angelegten Zoo durch die Veräußerung des bisherigen Areals „in Frankfurter Exzellenzlage“ zu finanzieren. Diese Vorstellung, den historischen Standort möglichst zum Höchstpreis an Investoren zu veräußern, stößt jedoch bei Josef und auch bei den Grünen im Römer auf Ablehnung. Wenn man dort das Maximum raushole, so Josef, dann entstehe dort alles, nur kein bezahlbarer Wohnraum.

          Die grüne Lunge erhalten

          Für die Grünen, die mit SPD und CDU die Stadtregierung bilden, kommt eine Wohnbebauung auf den heutigen Zoo-Flächen „inmitten eines dichtbebauten Gründerzeit-Viertels“ aus ökologischen und klimatischen Gründen „überhaupt nicht in Frage“, sagte Fraktionschef Manuel Stock. „Für uns ist es keine Frage, dass die grüne Lunge erhalten bleiben muss.“ Die Fläche mit ihren alten Bäumen und dem Weiher müsse eine öffentlich zugängliche Grünanlage bleiben. Stock gesteht allerdings ein, dass der Gedanke, für den Frankfurter Zoo mehr Flächen bereitzustellen, nicht zu verurteilen sei.

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