https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/verdi-kritik-unmenschliche-oeffnungszeiten-im-main-taunus-zentrum-11529515.html

Verdi-Kritik : „Unmenschliche“ Öffnungszeiten im Main-Taunus-Zentrum

  • Aktualisiert am
Das MTZ - hier eine Aufnahme vom Juni 2011 - wird nach dem Umbau am Donnerstag wiedereröffnet
          1 Min.

          Die Gewerkschaft Verdi hat die langen Öffnungszeiten des ausgebauten Main-Taunus-Einkaufszentrums in Sulzbach bei Frankfurt als „unmenschlich“ kritisiert. „Wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen bis nach 24 Uhr gearbeitet werden muss und bereits zwischen 8 und 9.30 Uhr des Folgetages die Geschäfte wieder öffnen, bekommen die Verkäuferinnen ihre Kinder gar nicht mehr zu Gesicht. Das ist unmenschlich“, erklärte der Handelssekretär Wolfgang Thurner laut einer Mitteilung. Verstöße gegen die Höchstarbeitszeit und Ruhezeit würden geradezu provoziert.

          Das MTZ plant nach einer großflächigen Erweiterung für Donnerstag eine Wiedereröffnungsfeier, die mit drei Einkaufstagen bis Mitternacht verbunden sein soll. Bis zum Jahresende sollen die Geschäfte dann regelmäßig bis 22.00 Uhr offen stehen.

          Rolle rückwärts im Neuen Jahr

          Erst im neuen Jahr will das MTZ zur alten Regelung zurückkehren, nach der von Montag bis Mittwoch bereits um 20 Uhr Schluss ist. Das MTZ gehört zu den größten Einkaufszentren Hessens und profitiert insbesondere von der Kaufkraft im Vordertaunus.

          Verdi kritisierte den MTZ-Manager Matthias Borutta, der sich einer Diskussion der Problemlage verschließe. Borutta war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Laut Thurner sind die Händler vertraglich verpflichtet, die von der MTZ-Leitung ausgegebenen Öffnungszeiten einzuhalten. Die Gewerkschaft hält die Ausdehnung der Zeiten für unwirtschaftlich, weil sich ein nur marginal höherer Umsatz auf gestreckte Öffnungszeiten verteile. Man werde mögliche Verstöße gegen das Arbeitsgesetz dokumentieren und dagegen vorgehen.

          Längere Öffnungszeiten als im Vorjahr gebe es lediglich an den drei Eröffnungstagen, erklärte Center-Manager Borutta. Das habe mit dem sehr großen Andrang zu tun, den man ab Donnerstag erwarte. „Es sollen alle kommen können. Wir wollen damit auch ein wenig den Verkehr entzerren.“ Der Center-Manager wandte sich gegen die Behauptung, dass die Zeiten von ihm einseitig festgelegt würden. Sie seien vielmehr in der Geschäftsführung der Werbegemeinschaft einvernehmlich festgelegt worden. Die Geschäfte absolvierten die langen Tage mit drei bis vier Schichten, so dass die gesetzlichen Vorgaben zur Arbeitszeit leicht eingehalten werden könnten.

          Weitere Themen

          Im Wald der Zukunft stehen Küstentannen

          Heute in Rhein-Main : Im Wald der Zukunft stehen Küstentannen

          Gasversorger fordern Entlastungen für Haushalte in Zahlungsschwierigkeiten. Der Wald der Zukunft besteht aus Küstentannen. Und Smalltalk gehört nicht nur auf Partys dazu. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Sprach-Kitas könnte bald das Geld fehlen

          Sprachförderung : Sprach-Kitas könnte bald das Geld fehlen

          Der Bund beendet seine Förderung der sprachlichen Früherziehung in Kitas. Dabei ist sie essentiell für die frühkindliche Bildung und den späteren Bildungs- und Berufserfolg. Darmstadt schlägt Alarm.

          Ausflug ins Nachtleben

          Fledermäuse in der Stadt : Ausflug ins Nachtleben

          Ulrike Balzer ist Fledermauskundlerin. Sie weiß, wo und wie die Tiere leben und gibt ihr Wissen auf Rundgängen weiter. In Frankfurt gibt es 14 verschiedene Arten.

          Topmeldungen

          Der kenianische Oppositionsführer Raila Odinga am Dienstag  in Nairobi

          Odinga beklagt Manipulation : Streit um Wahlergebnis in Kenia

          Nach der Wahl in Kenia wirft der unterlegene Kandidat Raila Odinga dem Vorsitzenden der Wahlkommission Manipulation vor. Auch die Kommissionsmehrheit kritisiert eine „mathematischen Absurdität“.
          Noch dieses Jahr soll der Digital Services Act (DSA) beschlossen werden

          Digitalgesetze der EU : Die große Mogelpackung

          Die neuen Digitalgesetze der EU sollen ein „Grundgesetz“ fürs Internet sein. Das sind sie nicht. Sie können es nicht sein. Der EU fehlt nämlich eine eigene digitale Medienstruktur. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.