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Verbrauchermärkte : Tengelmann verlässt Rhein-Main

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Bald nicht mehr Tengelmann: Filiale an der Fahrgasse in Frankfurt Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Supermärkte von Tengelmann und Kaiser's wird es künftig in der Rhein-Main-Region nicht mehr geben. 20 Filialen in Frankfurt, Wiesbaden, dem Taunus und Mainz wird die Fuldaer Supermarkt-Kette Tegut übernehmen, 65 gehen an Rewe.

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          Supermärkte von Tengelmann und Kaiser's wird es künftig in der Rhein-Main-Region nicht mehr geben. 20 Filialen in Frankfurt, Wiesbaden, dem Taunus und Mainz wird die Fuldaer Supermarkt-Kette Tegut übernehmen, 65 Märkte in einem etwas weiter gefassten Gebiet bis zum Neckar wird Rewe weiterbetreiben. Das teilten die beiden Unternehmen gestern mit. Sämtliche Mitarbeiter sollen weiterbeschäftigt werden. Die Übernahmen müssen vom Kartellamt noch genehmigt werden.

          Tengelmann begründet den Rückzug aus dem Rhein-Main-Neckar-Gebiet, das im Konzern eine von vier Vertriebsregionen bildet, mit der geringen Zahl von Filialen auf der großen Fläche. Zwischen Bad Nauheim und Tübingen, Neustadt an der Weinstraße und Obersulm betreibe das Unternehmen nur 116 Filialen, sagte eine Sprecherin, was die Logistik vergleichsweise teuer mache. Neben den 85 Geschäftsstellen, für die nun neue Betreiber gefunden wurden, und einigen, die schon geschlossen sind, blieben noch etwa 30 übrig, deren Weiterbetrieb noch nicht geregelt sei. Derzeit sei man mit unterschiedlichen Händlern in Gesprächen, sagte die Sprecherin, Einzelheiten könne sie noch nicht nennen.

          Tegut will nach eigenen Angaben in Frankfurt die Tengelmann-Märkte an der Fahrgasse und in Zeilsheim übernehmen. Vorstandschef Thomas Gutberlet erläuterte den Schritt damit, dass das Unternehmen so auf einen Schlag an mehrere Standorte komme, die „schön und zentral“ lägen und deren Mitarbeiter gut eingearbeitet seien. Auch der Vorstandsvorsitzende der Rewe-Gruppe, Alain Caparros, sagte, die Tengelmann-Filialen passten sehr gut ins Standortportfolio.

          Gutberlet geht davon aus, dass die Kartellbehörde frühestens bis Ostern der Vereinbarung zustimmt und es danach noch zwei bis drei Monate dauern dürfte, bis die Tengelmann-Märkte tatsächlich zu Tegut-Filialen werden.

          Die Rhein-Main-Region bezeichnete Gutberlet als das „derzeitige Hauptexpansionsgebiet“. Bislang betreibt das Unternehmen, das sich in den vergangenen Jahren mit dem Vertrieb von ökologisch erzeugten Lebensmitteln etabliert hat, in Frankfurt vier Filialen, in ganz Deutschland rund 300. Dass Tegut bislang noch einen sehr niedrigen Marktanteil am Lebensmittelhandel in der Region hat, wertet Gutberlet als gute Voraussetzung, dass die Kartellbehörden an der Übernahme nichts auszusetzen haben werden.

          Bei Rewe liegen die Dinge anders. Nach dem Rückzug von Kaiser's-Tengelmann bleibt der Kölner Handelskonzern neben Edeka die letzte verbliebene Supermarktkette, die sich nicht als Discounter versteht. In der Branche wird daher mit Spannung erwartet, was das Kartellamt, das die Vormachtstellung einzelner Unternehmen in einem Geschäftssegment verhindern soll, zu der Vergrößerung sagen wird.

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