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Frankfurter Geschäftsleben : Betten Rid verabschiedet sich aus Frankfurt

Abschied: Betten Rid verlässt die Kaiserstraße in Frankfurt. Bild: Marina Pepaj

Nach 30 Jahren endet im Dezember für das Fachgeschäft Betten Rid die Zeit in Frankfurt. Nachmieter wird das Schuhhaus Görtz, das sich am Main neu aufstellt. Zudem geht es an der Biebergasse jetzt vorwärts.

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          Bei Betten Rid an der Kaiserstraße mag in diesen Tagen keine Vorfreude auf das nahende Weihnachtsgeschäft aufkommen – weder bei der Belegschaft noch bei den Stammkunden. Denn das Fachgeschäft, eine Niederlassung des 1916 gegründeten Münchner Unternehmens, kehrt Frankfurt nach 30 Jahren für immer den Rücken. Erst vor fünf Jahren hatte Betten Rid, die dritte und einzige Filiale des Mutterhauses außerhalb Münchens, den Umzug in ein schickes Haus an der Kaiserstraße gefeiert, nachdem es den Stammsitz an der Biebergasse nach 25 Jahren wegen Umbauplänen hatte aufgeben müssen. Am neuen Standort in der Nähe des Roßmarktes setzte das Geschäft auf Premiummarken und Service. Es kamen weniger Kunden, die aber gaben in der Regel mehr aus, wie es hieß. Parallel gibt es einen gut geführten Online-Shop. Das alles hat am Ende aber offenbar nicht gereicht. „Aus kaufmännischer Sicht“ sei das Frankfurt-Haus hinter den Erwartungen zurückgeblieben, teilt das Unternehmen mit und kündigt Investitionen in München sowie in das Online-Geschäft an. In Frankfurt ist Ende Dezember Schluss. Nachmieter wird das Schuhhaus Görtz, dessen Mietvertrag an der Biebergasse ausläuft.

          Biebergasse wird aufpoliert

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Betten Rid hatte schon vor fünf Jahren die Biebergasse zwischen Hauptwache und Freßgass verlassen, danach improvisierten in dem Büro- und Geschäftshaus Zwischenmieter wie Butlers und Depot. Doch jetzt soll es vorwärtsgehen mit der Modernisierung des gesamten Komplexes, der in einem Teil bisher noch vom Schuhhaus Görtz belegt ist. Der Eigentümer Axa-Konzern plant nach Auskunft des Immobilienmanagements Investitionen von knapp 90 Millionen Euro an dem Standort, der zu den Premium-Lagen in der Frankfurter Innenstadt zu zählen ist. Die Gebäude sollen bis zum ersten Obergeschoss abgerissen und wieder aufgebaut werden mit höheren Geschossdecken, so dass das Haus bei gleicher Etagenzahl insgesamt höher wird. Der Bauantrag ist eingereicht. Für Einzelhandel stehen, flexibel einteilbar, 4000 Quadratmeter zur Verfügung.

          Görtz mit neuen Konzepten

          Schuhhändler Görtz wird im März bei Betten Rid an der Kaiserstraße auf drei Etagen neu aufschlagen. Verkauft werden soll hier das Premium-Sortiment. Zudem erprobt der Filialist Anfang Februar ein junges Konzept am Roßmarkt, wo Görtz die Fläche von Planet Sports übernimmt (700 Quadratmeter). Hier will der Händler sportliche, trendige Schuhe und Accessoires verkaufen. Sollte das Konzept ankommen, sei eine Ausweitung möglich, heißt es. Gesucht wird noch ein Standort für Kinderschuhe. Fast fertig ist ein neues Shop-in-Shop-Konzept in der Görtz-Filiale bei der Konstablerwache, wo das Unternehmen die Verkaufsfläche verkleinert und den Einrichter Søstrene Grene aufnimmt. Das Netz der Dänen wächst damit in Deutschland auf 49 Filialen. Ähnliche Konzepte, vor allem mit Anbietern von Textilien, plant Görtz auch anderswo. Eröffnung an der Zeil ist am 8. November.

          Fertig renoviert: Das neue Geschäftshaus zeigt klare Kante an der Goethestraße.

          Baustelle Goethestraße

          Die Goethestraße kommt nicht zur Ruhe. Kaum ist das über viele Monate verbarrikadierte Geschäftshaus an der Ecke Goethestraße/Kleine Bockenheimer Straße fertig – eingezogen ist das französische Luxus-Taschenlabel Céline –, da werden schon die nächsten Gerüste aufgebaut. So vor dem Optikgeschäft Brenner. Auch anderswo gehen die Handwerker aus und ein. Aigner baut sein Markengeschäft für Lederwaren um, Der Herrenmodeladen Stone Island richtet sich gerade neu ein, und Wempe bereitet seinen neuen Rolex-Store vor. Aigner ist sogar wegen der Umbauarbeiten vorübergehend an die Alte Rothofstraße gezogen. Hier hat der italienische Edelschneider Brioni die Segel gestrichen, so wie schon in Düsseldorf und Hamburg. Zu den Gründen macht das Unternehmen der Kering-Gruppe keine Angaben. Offenbar stimmten die Umsätze in der Seitenstraße der Goethestraße nicht – oder aber dem Premiumschneider ist es in Frankfurt zu ungemütlich geworden. Nebenan, an der Junghofstraße, wird nämlich auch gebaut.

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