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Rösler zu Eintracht Frankfurt? : Veh empfiehlt erfahrenen Nachfolger

  • -Aktualisiert am

Ein Trainer für Eintracht Frankfurt? Englische Medien bringen Uwe Rösler ins Spiel, der seit Jahren auf der Insel arbeitet Bild: REUTERS

Für den scheidenden Eintracht-Trainer soll der Neue „nicht jung und frisch“ sein. Keine kollektive Analyse des 1:4 von Freiburg vor dem Spiel in Nürnberg. Englische Medien bringen Rösler ins Spiel.

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          Willkommen zurück im Abstiegskampf! Die Bundesliga klagt angesichts des Alleingangs der Bayern über mangelnde Spannung, die Frankfurter Eintracht hätte sie sich - am anderen Ende der Tabelle - gerne erspart. Nach dem 1:4 gegen den SC Freiburg bedarf es keiner großen Rechenkünste, was eine neuerliche Niederlage am kommenden Sonntag beim 1. FC Nürnberg bedeuten würde: Zittern bis in den Mai.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Die Frankfurter Fußballfans hatten nach dem 2:1-Heimsieg über den VfB Stuttgart vor anderthalb Wochen mit diesem garstigen Thema schon abgeschlossen - Trainer Armin Veh nicht. „Mir war klar, dass wir bis zum Ende gefährdet sein können, wenn ich die Mannschaften vergleiche, die da hinten drinstehen.“ Dass es nun so gekommen ist, verdirbt dem Augsburger nicht die Laune. Veh gab sich am Mittwoch ausgesprochen locker, versprühte Freude an der Herausforderung. „Wir haben heute schon einen Nürnberger Scout da gehabt“, berichtete der Fußballlehrer mit einem Grinsen im Gesicht. Sein Assistent Reiner Geyer habe ihn entdeckt: „Der Reini riecht das, der ist auch Franke.“ Aber die Anwesenheit des Spions habe keinen Einfluss auf das Training gehabt: „So was wird viel zu hoch bewertet. Ein paar Kleinigkeiten mögen für ihn interessant gewesen sein, aber nicht interessant genug, um mein Trainingsprogramm zu ändern.“ Fußball sei manchmal viel einfacher, wie gegen Freiburg zu sehen gewesen sei: „Man macht alles richtig, hat den Gegner völlig im Griff, hat riesige Torchancen und verliert 1:4.“ Da würden sich die Erkenntnisse eines Scouts doch sehr relativieren.

          Wenige Fehler

          Das Spiel gegen Freiburg fand Veh trotz des verheerenden Ergebnisses so gut, dass er ausnahmsweise auf eine kollektive Analyse vor der Mannschaft verzichtete. „Die wenigen Fehler vor der ganzen Mannschaft herauspicken zwischen all den guten Sachen wäre falsch. Ich habe das Gefühl, dass es das Beste ist, diese Niederlage abzuarbeiten, indem ich nicht mehr darüber spreche. Die individuellen Fehler spreche ich natürlich beim jeweiligen Spieler an.“ Veh hat das Gefühl, der Mannschaft vor Nürnberg den Glauben an die eigene Stärke nicht nehmen zu dürfen: „Ich kritisiere lieber nach Siegen.“

          Die psychologische Situation der Spieler ist nicht einfach, nachdem der Klassenverbleib schon fast gesichert schien. Der Frankfurter Trainer gibt zu, dass die Tabellensituation, sprich verschärfter Abstiegskampf, Einfluss auf sein Spielsystem nimmt und auch auf seine Aufstellung. „Wenn wir im gesicherten Mittelfeld stehen, spielen wir anders.“ Ins Detail mochte er nicht gehen. Aber man kann sich vorstellen, dass Veh nun mehr auf Absicherungen im Spielaufbau setzt und auf mental starke Profis, die auch in brenzligen Situationen ihre Leistung abrufen können.

          Kein böses Wort über Bruchhagen

          Die Schlagzeilen um den Vorstandsvorsitzenden Bruchhagen und die Führungsprobleme bei der Eintracht hält Veh für keine zusätzliche Erschwernis im Abstiegskampf. „Glauben Sie, dass so etwas die Spieler belastet?“, gab der Trainer die Frage zurück und antwortete selbst: „Das ist kein Thema.“ Aber eine andere Personalie könnte sich auswirken, gab Veh zu - die seine: „Dass die Frage nach zwei Niederlagen aufkommt, ist klar, wenn kein Trainer für das nächste Jahr da ist. Das müssen wir nicht diskutieren.“ Veh kritisiert Bruchhagen in keiner Weise, vor zehn Tagen bekanntgegeben zu haben, dass er seinen Trainervertrag bei der Eintracht nicht verlängern werde. „Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt, das zu verkünden. Heribert musste ja irgendwann einmal etwas sagen. Es wäre halt schön gewesen, wenn wir gegen Freiburg gewonnen hätten. Dann würde Ruhe herrschen. Und es wäre schön, wenn wir gegen Nürnberg gewinnen würden, weil sonst geht die Diskussion immer weiter.“

          An der Diskussion um seinen Nachfolger möchte sich der 53 Jahre alte Trainer natürlich nicht direkt beteiligen. Aber indirekt gibt er der Eintracht jedoch den Tipp, auf einen Mann mit Bundesliga-Erfahrung zu setzen: „Ich will nicht sagen, dass ich, wenn ich mal Sportdirektor wäre, nie einen jungen Trainer verpflichten würde. Aber die heutige Mode, dass alle jung und frisch sein müssen, finde ich nicht gut. Wenn es zur Methode wird, dass B- oder A-Jugendtrainer Bundesligatrainer werden, dann muss ich sagen, irgendetwas verstehe ich nimmer.“ Ob Veh die Entscheidung verstehen würde, Uwe Rösler zu seinem Nachfolger zu machen? Englische Medien bringen den früheren Bundesligaspieler und Premier-League-Profi als Kandidaten ins Gespräch. Rösler feiert derzeit mit dem Zweitligaklub Wigan Athletic Erfolge und schlug im Pokal sogar Manchester City. Aber noch ist es nicht so weit. Sportdirektor Hübner schloss noch am Dienstag eine schnelle Entscheidung in der Trainerfrage aus.

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