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Verständnis für Homosexualität : Vatikan bestätigt Wucherpfennig jetzt doch als Hochschulrektor

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Hat erfolgreich dem Vatikan getrotzt: Ansgar Wucherpfennig darf Hochschulrektor bleiben. Bild: dpa

Mit seiner positiven Einstellung zur Homosexualität hat der Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig den Vatikan gegen sich aufgebracht. Doch nun hat der Heilige Stuhl eingelenkt.

          Der Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig kann nun doch sein Amt als Rektor der katholischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt antreten. Der Vatikan erteilte Wucherpfennig die erforderliche Bestätigung, wie die deutsche Provinz der Jesuiten am Donnerstag in München mitteilte. Der Generalobere des Jesuitenordens, Arturo Sosa, habe vom Vatikan die nötige Unbedenklichkeitserklärung („Nihil obstat“) erhalten und Pater Wucherpfennig „mit sofortiger Wirkung zum Rektor der Hochschule Sankt Georgen ernannt“, hieß es.

          Die Bildungskongregation des Vatikan habe die Unbedenklichkeitserklärung „nun erteilt, nachdem Pater Wucherpfennig eine Erklärung abgegeben hatte, in der er betonte, dass er als Ordensmann und Priester dem authentischen Lehramt der Kirche verpflichtet sei“, hieß es weiter. Wo es Wucherpfennigs Ämter verlangten, lege er die Lehre der Kirche über die Möglichkeit der Weihe von Frauen und von Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare „vollständig und verständnisvoll dar“.

          Christ und Wissenschaftler

          Wucherpfennig wurde bereits im Februar für eine dritte Amtszeit als Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen wiedergewählt. Dort lassen die Bistümer Hamburg, Hildesheim, Limburg und Osnabrück ihre Priesteramtskandidaten ausbilden. Der Vatikan hatte ihm bisher noch nicht das erforderliche „Nihil obstat“ erteilt, was auf massive Kritik in weiten Teilen von Kirche, Wissenschaft und Gesellschaft gestoßen war. Der Jesuit hatte sich in Interviews kritisch zum Umgang der Kirche mit Homosexuellen und mit Frauen geäußert und unter anderem Segensfeiern für homosexuelle Partnerschaften befürwortet.

          In seiner an den Vatikan abgegebenen „Erklärung“ führte Wucherpfennig den Angaben zufolge nun außerdem aus, dass er die Fragen, die er als Seelsorger und Wissenschaftler an die kirchliche Lehre richte, „auch in Zukunft als seine persönliche Auslegung kennzeichnen“ werde. Als Christ und Wissenschaftler habe er die persönliche Hoffnung, dass die kirchliche Lehre sich weiter öffne und weiterentwickele. Auf eine solche Weiterentwicklung hätten seine öffentlichen Äußerungen zum Diakonat der Frau und zu Segnungsfeiern für Paare, denen eine sakramentale Ehe nicht möglich ist, abgezielt, so Wucherpfennig.

          Zu der getroffenen Vereinbarung zählt nach Angaben der Jesuiten auch, dass Wucherpfennig zu diesen beiden Streitfragen nun Artikel veröffentlichen und die Ergebnisse seiner Forschung vorstellen solle - „in treuer und kreativer Kontinuität zu den fundamentalen Lehrmeinungen der Kirche zu beiden Fragen“.

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