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Uwe Kröger in Alter Oper : Der Tod ist quicklebendig

Der Tod steht ihm gut: Musical-Star Uwe Kröger singt seine Paraderollen in der Alten Oper Frankfurt. Bild: Marcus Kaufhold

Uwe Kröger ist als „Tod“ im Musical „Elisabeth“ über Nacht berühmt geworden. Für das silberne Jubiläum der Uraufführung kommt er mit viel Gesang und Anekdoten nach Frankfurt.

          „Da schau her, da kommt der Tod“, pflegten vor gut 25 Jahren die Menschen in Wien einen jungen Mann zu begrüßen, der freilich alles andere als fahl oder sterbenselend aussah. Uwe Kröger war sogar eine ausnehmend fesche Erscheinung, mit vielen Verehrerinnen und Verehrern. Der Schmäh galt auch nicht dem Aussehen, sondern der Rolle, mit der Kröger 1992 über Nacht zum Star wurde.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Musical „Elisabeth“ spielte er im Theater an der Wien den „Tod“, und weil das Musical von Michael Kunze in der Inszenierung von Harry Kupfer ein immenser Erfolg war, kannte bald jeder in der Stadt das Gesicht des jungen Deutschen, der aus Hamm in Westfalen stammte und schon vor Abschluss seines Studiums an der Universität der Künste in Berlin Fuß in der Musical-Szene fassen konnte und als erste deutschstämmige Besetzung des „Rusty“ in „Starlight Express“ verpflichtet wurde.

          Wien, Darmstadt, Barcelona

          Der Erfolg als „Tod“ brachte Kröger weitere große Rollen ein. 1994 spielte er den GI Chris in der deutschsprachigen Erstaufführung von „Miss Saigon“, 1995 folgte die Hauptrolle des erfolglosen Autors Joe Gillis in der deutschsprachigen Version von Andrew Lloyd Webbers „Sunset Boulevard“ in Niedernhausen. Aus diesen Tagen im Rhein-Main-Gebiet behielt Kröger viele Jahre lang eine Adresse in Darmstadt, auch wenn er vorrangig in Wien lebte. Dort hatte er viele Engagements, unternahm auch erfolgreiche Abstecher in die Operettenwelt und ging mit einem Soloprogramm auf Tour durch Österreich und Deutschland.

          Für Aufregung auf dem Boulevard sorgte Kröger vor gut anderthalb Jahren dann aber nicht mit Nachrichten von neuen Hauptrollen, sondern mit jener von seiner Privatinsolvenz. Es seien unglückliche Umstände zusammengekommen, abgesagte Produktionen und auch seine Großzügigkeit Freunden gegenüber, die sich als falsche Freunde erwiesen, erzählt er im Gespräch. Mittlerweile sei er im Sanierungsverfahren und habe auch sonst sein Leben geändert. Seit fast zwei Jahren wohnt er in Barcelona, gemeinsam mit seinem Lebensgefährten, einem Spanier. Die quirlige Metropole gefalle ihm, sagt Kröger, außerdem lebe auch seine Mutter mittlerweile in Spanien.

          Fast pausenlos auf Achse

          Seine nach wie vor zahlreichen Engagements in Österreich und Deutschland brächten ohnehin viele Reisen mit sich, zu denen er dank der guten Flugverbindungen auch von Katalonien aus starten könne. In der Tat ist der mittlerweile 53 Jahre alte Kröger in diesen Wochen fast pausenlos auf Achse. Er tourt gemeinsam mit seiner Sangespartnerin Pia Douwes, mit der er einst in „Elisabeth“ spielte, um noch bis Ende Januar das silberne Jubiläum der Uraufführung dieses Musicals mit viel Gesang und Anekdoten zu begehen.

          Gleich im Anschluss daran geht er mit der Produktion „Hairspray - Das Broadway-Musical“ auf Reisen, gibt zwischendrin in Salzburg den „Dr. Doolittle“, bevor er dann für einige Tage in Stuttgart im Stück „Die Päpstin“ auftritt, um danach die „Hairspray“-Tournee fortzusetzen. Mit Sport und dem gelegentlichen Rückzug nach Barcelona will er sich für diese Mammutaufgabe fit halten. Soll ja keiner sagen: „Der kommt daher wie der Tod.“

          Uwe Kröger tritt am Donnerstag, 25. Januar, von 20 Uhr an gemeinsam mit Pia Douwes im Programm „25 Jahre seit ,Elisabeth’ in der Alten Oper Frankfurt auf. Dort ist er zudem am 13. Februar in „Hairspray“ zu sehen. Dieses Musical gastiert außerdem am 14. Februar im Rosengarten Mannheim und am 15. Februar im Rhein-Main-Theater in Niedernhausen.

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