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Frankfurter Stadtkämmerer : Uwe Becker ist Hessens neuer Antisemitismusbeauftragter

  • Aktualisiert am

Laute Stimme gegen Judenfeindlichkeit: Uwe Becker wird Hessens neuer Antisemitismusbeauftragter. Bild: Wolfgang Eilmes

Hessen bekommt einen neuen Antisemitismusbeauftragten. Künftig soll sich der Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker der erstarkten Judenfeindlichkeit entgegenstellen.

          Der Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) ist zum neuen Antisemitismusbeauftragten von Hessen berufen worden. Der 49 Jahre alte Becker sei eine hoch angesehene Persönlichkeit, die sich seit vielen Jahren konsequent für jüdisches Leben und kompromisslos gegen jegliche Form von Antisemitismus einsetze, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. „Mit ihm gewinnt der Kampf gegen Ressentiments und Vorurteile eine starke Stimme.“

          Becker folgt auf Felix Semmelroth, der das Amt aus gesundheitlichen Gründen zum Ende der vergangenen Legislaturperiode niederlegen musste. Der ehemalige Kulturdezernent der Stadt Frankfurt war Hessens erster Antisemitismusbeauftragter. Er hatte Mitte 2018 das Amt übernommen. Die Aufgabe des Beauftragten ist, als unabhängiges Bindeglied zwischen den jüdischen Gemeinden in Hessen und der Landesregierung Strategien zu entwerfen, um dem Judenhass entgegenzuwirken. Dabei soll er auch Kontaktperson für Menschen sein, die Opfer von Judenfeindlichkeit wurden.

          Der Antisemitismus sei mittlerweile leider wieder deutlich lauter und wahrnehmbarer in Teile der Gesellschaft zurückgekehrt, erklärte Bouffier. Dabei zeige sich die Judenfeindlichkeit facettenreicher als in den Jahrzehnten zuvor. „Sie ist nicht nur an den politischen Rändern zu finden. Dies nehmen wir so nicht hin.“ Becker betonte, dem wachsenden Antisemitismus müsse entschiedener entgegentreten werden, als es bisher der Fall war. „Dieser Kampf ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dem sich nicht nur der Staat konsequenter annehmen muss. Jeder Einzelne ist gefordert.“

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