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Nach Unwetter in Südhessen : „Wir sind gewillt zu helfen“

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Langen zerlegen einen umgestürzten Nussbaum, der ein Garagentor und Ausfahrten versperrt. Bild: Lucas Bäuml

Nach dem schweren Unwetter am Sonntagabend im Kreis Offenbach können geschädigte Bürger auf finanzielle Hilfe vom Land hoffen. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten.

          Die Höhe der Schäden, die beim Unwetter am Sonntagabend im Kreis Offenbach entstanden sind, lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Nach Angaben von Landrat Oliver Quilling (CDU) führt der Kreis derzeit Gespräche mit dem Innenministerium und möchte erreichen, dass die Elementarschädenrichtlinie des Landes angewendet wird. Mit ihr könnte geschädigten Bürgern und Betrieben Finanzhilfe gewährt werden. Laut Richtlinie müssen Geschädigte „unverschuldet in eine außergewöhnliche Notlage geraten“ und die Schäden müssten so erheblich sein, dass sie nicht aus eigener Kraft in absehbarer Zeit zu beseitigen seien.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.

          Für die Kreise Offenbach und Groß-Gerau, die von dem Unwetter besonders betroffen waren, besteht nach Angaben des Innenministeriums die Möglichkeit, dass eine Finanzhilfeaktion eingeleitet wird. Das Land wolle so schnell wie möglich prüfen, ob die Voraussetzungen dafür vorlägen. Man warte darauf, dass die Landkreise einen Antrag über das Regierungspräsidium Darmstadt stellten. „Wir können nicht mit Steuergeldern um uns werfen; wir sind aber auf jeden Fall gewillt zu helfen“, sagte ein Sprecher. Zuerst benötige man konkrete Zahlen. Wenn eine Finanzhilfeaktion eingeleitet worden ist, können die Betroffenen einen Antrag auf Finanzhilfe beim Kreis einreichen. Eine Schadenskommission begutachtet die Schäden und bewertet die Hilfsbedürftigkeit der Betroffenen. Das Regierungspräsidium prüft die Anträge und entscheidet.

          Welche Versicherungen kommen infrage?

          Unabhängig von staatlicher Hilfe kommen für Unwetterschäden auch verschiedene Versicherungen auf. Hausbesitzer, bei denen etwa das Dach in Mitleidenschaft gezogen wurde, sollten sich an ihre Wohngebäudeversicherung werden. Die meisten Policen deckten auch Sturmschäden ab, sofern Windstärke acht erreicht worden sein, sagte Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen. Nicht betroffenen Hausbesitzern empfiehlt sie, zu prüfen, ob ihre Versicherungssumme noch ausreiche. Oft werde ein Haus ausgebaut und steige im Wert, ohne dass die Wohngebäudeversicherung angepasst werde. Auch die Kosten der Aufräumarbeiten nach einem Sturm könne man in die Police aufnehmen.

          Schäden am Hausrat decke die Hausratversicherung ab, sofern man nicht grob fahrlässig gehandelt und etwa die Fenster offen gelassen habe. Lawrence weist darauf hin, dass man sich bei neuen Verträgen auch gegen grobe Fahrlässigkeit absichern könne. Bei Sturmschäden am Auto sollten die Fahrzeughalter ihre Kasko- oder Teilkasko-Versicherung kontaktieren.

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