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Wetterdienst nach Unwetter : Starke Gewitter ein „ganz normales Phänomen“

Apokalyptisch: Am Dienstagabend hatte sich über der Frankfurter Skyline einiges zusammengebraut. Bild: dpa

Im Rhein-Main-Gebiet sind am Dienstag unwetterartige Gewitter durch das Land gezogen. Von einer extreme Wetterlage möchte der Wetterdienst aber nicht sprechen: Der Juni sei stets gewitterreich.

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          Die heftigen, zum Teil unwetterartigen Gewitter, die am frühen Dienstagabend mit starken Regenfällen im Rhein-Main-Gebiet niedergegangen sind, haben zahlreiche Einsätze von Feuerwehr und Polizei nach sich gezogen und mancherorts deutliche Schäden hinterlassen. Von einer extremen oder außergewöhnlichen Wetterlage mochten die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Mittwoch aber nicht sprechen. Starke Gewitter seien zu dieser Jahreszeit ein „ganz und gar normales“ Phänomen, der Juni sei stets der gewitterträchtigste Monat des Jahres. Mit nunmehr sieben Gewittertagen liege der diesjährige Juni in Frankfurt zwar über dem langjährigen Durchschnitt von 5,5 Tagen – aber weit entfernt von den Spitzenwerten des Jahres 2012, als an zwölf Junitagen kräftige Gewitter über der Stadt niedergingen.

          Peter Badenhop
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
          Helmut Schwan
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die meisten Einsätze während des Unwetters vom Dienstag musste die Feuerwehr in Frankfurt leisten. Bis zu 45 Liter Regen je Quadratmeter fielen, als sich die bedrohlichen Wolken entluden. Unterführungen und Durchfahrten wurden überflutet, Fahrbahnen überschwemmt, das Kanalnetz war in einigen Straßen überlastet. Rund 700-mal wurde die Leitstelle der Frankfurter Feuerwehr alarmiert, vorwiegend weil Keller mit Wasser vollgelaufen waren, wie zum Beispiel in einem Seniorenheim mit 120 Bewohnern im Westend. Dort stand das Wasser drei Meter hoch, die Helfer brauchten bis zum Morgen, um die rund 6000 Kubikmeter abzupumpen. Im Stadtteil Bornheim fiel aufgrund der Wassermassen in rund 200 Haushalten während der Übertragung der EM-Partie gegen England der Strom aus, im Bethanien Krankenhaus, der BG Unfallklinik und im Krankenhaus Sachsenhausen war die Technik gefährdet. In Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft gelang es den Feuerwehrleuten, Schlimmeres zu verhindern, wie es am Mittwoch hieß. Verletzte wurden nicht gemeldet, die Höhe der Schäden ließ sich noch nicht absehen. Die Unwetterfront brachte heftige Böen mit sich, Äste brachen, sogar einige Bäume wurden entwurzelt. Busse und Straßenbahnen mussten zum Teil den Betrieb einstellen.

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