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Unternehmen warten auf Geld : Neckermann-Insolvenz gefährdet Vertriebspartner

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Alles muss raus: Neckermann in der Insolvenz. Bild: dpa

Die Insolvenz des Versandhandelunternehmens Neckermann bringt Vertriebspartner aus der Rhein-Main Region in Schwierigkeiten.

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          Die Insolvenz des Versandhandelunternehmens Neckermann bringt Vertriebspartner aus der Rhein-Main Region in Schwierigkeiten. Manche Unternehmen warten auf hohe fünf- oder sechsstellige Beträge aus dem Verkauf von Waren über den Online-Shop Neckermann.de. „Wir sind in großen finanziellen Schwierigkeiten“, sagt Tobias Spill von „eLogistics“. Die Firma in Heusenstamm verkauft unter anderem sogenannte Wandtattoos, also selbstklebende Folien zum Verzieren von Räumen. Er wartet auf einen hohen fünfstelligen Betrag. „Und wir sind zu klein, um eine solche Summe zu verkraften.“

          Mehr als 150 Partner bieten über Neckermann.de ihre Waren an, darunter sind auch viele Unternehmen aus dem Rhein-Main Gebiet. Blue Multimedia aus Oberursel etwa verkauft Möbel und Wohnaccessoires über die Neckermann-Website, Sales Fever aus Eltville bietet Möbel an, Shrenuj aus Frankfurt vertreibt Schmuck und Accessoires. Auch andere Firmen sind betroffen, möchten aber nicht genannt werden. Die Vertriebspartner befinden sich in der Bredouille, weil die Kunden, die ihre Produkte im Online-Shop kaufen, das Geld zuerst an Neckermann zahlen. Das Unternehmen sollte den Betrag dann abzüglich der Provision an seine Partner überweisen, doch dies sei seit Juni nicht mehr geschehen, berichten die Firmen. Seit dem 19. Juli, dem Tag der Insolvenz von Neckermann, sind jegliche Zahlungen offiziell eingestellt.

          Vorteile für Verbraucher

          Die Insolvenz des Unternehmens, das zuletzt 80 Prozent seines Umsatzes online gemacht hat, trifft ein Geschäftsmodell in das Neckermann große Hoffnungen gesetzt hatte. Seit 2005 wurde Geschäftspartnern angeboten, Ware über Neckermann.de zu verkaufen. In den vergangenen Jahren erreichte dieses Geschäft hohe zweistellige Wachstumsraten. 2010 hat das Unternehmen mit seiner Vertriebsplattform 113 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Das Angebot an Produkten wurde dabei stetig ausgebaut. Mittlerweile kommt ein Drittel der Vertriebspartner aus der Mode. Über die Plattform werden Schuhe, aber auch Trachten oder Nischensegmente wie Abendkleider angeboten.

          Die Vertriebspartnerschaft hat für die Verbraucher den Vorteil, auf den Internetseiten aus einem großen Angebot wählen zu können. Den Partnern kommt die Bekanntheit von Neckermann zugute, außerdem können sie neue Käuferschichten erschließen. Neckermann erhält im Gegenzug Umsatzbeiträge, die sich je nach Produkt und Marge zwischen 10 und 40 Prozent bewegen.

          Kein böses Wort

          Die Krise Neckermanns hatte sogar dafür gesorgt, dass das Vertriebsmodell intensiviert werden sollte. Ende April hatte das Unternehmen radikale Einschnitte verkündet. Um die Kosten drastisch zu senken, wurde das Textilangebot unter eigener Flagge nach und nach eingestellt und durch Markenartikel von Vertriebspartnern ersetzt. Der Ausbau der Partnerplattform fügte sich in die erklärte Strategie, ein „echter Online-Händler“ werden zu wollen.

          Trotz der Verbindlichkeiten fällt bei den Partnern kein böses Wort über Neckermann. Viele von ihnen haben mit dem Online-Shop gute Umsätze erzielt. Bei einigen macht das Geschäft einen großen Teil des Gesamtumsatzes aus. Nun hoffen sie, dass sich schnell ein Käufer findet, der den Vertriebskanal erhält. Bei den Partnern herrscht Optimismus: „Ich hoffe nicht nur, ich bin überzeugt, dass es weitergeht. Der Katalogversand war ein Klotz am Bein und gehört eingestampft. Dann gibt es auch wieder Spielraum“, sagt Wolfram-Peter Schramm vom Schmuckhersteller Shrenuj. „Damit ist uns geholfen und Neckermann auch.“

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