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Unsichere Finanzierung : Frankfurter Zoo steht vor weiterem Umbau

Pinguinleben im Frankfurter Zoo. Bild: Fiechter, Fabian

Trotz strikter Sparvorgaben der Stadt hofft der Frankfurter Zoo, weitere Umbauten finanzieren zu können. Es gebe erheblichen Nachholbedarf.

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          Trotz strikter Sparvorgaben der Stadt hofft der Frankfurter Zoo, weitere Umbauten finanzieren zu können. Nach den Worten von Zoodirektor Manfred Niekisch waren die Errichtung der neuen Bärenanlage und die Neugestaltung des Haupteingangs erst der Anfang „einer der größten Umbauprojekte seit der Ära Grzimek“. Jahrzehntelang sei in den Zoo kaum investiert worden, sagt Niekisch. Dementsprechend gebe es einen Nachholbedarf, um die Anlagen, die zum Teil noch aus den sechziger Jahren stammten, heutigen Erkenntnissen der Zootierhaltung anzupassen.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das würde jedoch bedeuten, dass die Stadtverordneten abermals einem Millionenpaket zustimmen müssten, was nach Angaben des für den Tiergarten zuständigen Kulturdezernats „einige Überzeugungsarbeit“ bedeuten würde. Zuletzt hatte der Tiergarten 30 Millionen Euro erhalten, um die dringendsten Bauvorhagen voranzubringen. Das Geld ist nun, nach dem Bau der Bärenanlage und des Haupteingangs, so gut wie aufgebraucht.

          Ungewisse Zukunft des Zoogesellschaftshauses

          Mindestens drei weitere Anlagen sind für die nächsten Jahre geplant: Außer der neuen Quarantänestation, die demnächst fertiggestellt wird, sind dies noch das neue Pinguinhaus sowie ein modernisiertes Tag- und Nachttierhaus und - in ferner Zukunft - eine Afrika-Savanne, die unter anderem Giraffen, Okapis und Nashörner auf einem zusammenhängenden Areal vereinen soll.

          Zudem ist noch unklar, was aus dem Zoogesellschaftshaus wird. Das ist laut Niekisch so marode, dass sogar angedacht sei, es zu entkernen und von innen neu aufzubauen. Das könne günstiger sein als die Mängel einzeln zu beheben.

          Neue Anlage für Pinguine

          Der Zooentwicklungsplan, den Niekisch kurz nach seinem Amtsantritt vor fünf Jahren erstellt hat, reicht in die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre hinein. Die größte Herausforderung wird es nach Darstellung des Direktors sein, die Neubauten so zu gestalten, dass sie auf dem begrenzten Areal des Innenstadtzoos Platz finden, der Tiergarten aber gleichzeitig nicht zur „Dauerbaustelle“ wird.

          Konkrete Pläne gibt es schon für die Anlage der Königs- und Eselspinguine. Sie entsteht in den nächsten zwei Jahren dort, wo derzeit der Kinderspielplatz zu finden ist, in unmittelbarer Nähe des Menschenaffenhauses, dem Borgori-Wald. Der Spielplatz soll dann zum Grzimek-Camp hin verlegt werden. Ob das Camp selbst auf Dauer erhalten bleibt, ist offen. Das Pinguinhaus soll eine subantarktische Felslandschaft werden, wie Niekisch sagt. Die Anlage wird wie auch die Quarantänestation noch aus dem 30-Millionen-Paket mitfinanziert, das dann aber aufgebraucht ist. Die restlichen etwa zwei Millionen Euro, die der Zoo für die Pinguine noch aufbringen müsste, sollen in Form von Spenden eingehen. Ein Großsponsor fehlt jedoch noch.

          Politik unterstützt Pläne

          Weitaus schwieriger wird sich der Bau des neuen Grzimekhauses gestalten, in dem wie bisher vor allem nachtaktive Tiere gehalten werden sollen. Nach derzeitigen Überlegungen könnte das neue Tag- und Nachttierhaus auf dem Areal der alten Affenanlage entstehen. Einige der kleineren Primaten, die dort noch untergebracht sind, sollen langfristig ohnehin in den Borgori-Wald ziehen; andere Arten, wie etwa die Gelbbrustkapuziner, könnten vorübergehend hinter den Kulissen untergebracht werden. Nur für die Paviane müsste noch eine Lösung gefunden werden. „Das ist logistisch knifflig“, sagt Niekisch, „aber nicht unlösbar“. Letztlich zähle, dass die Tiere am Ende artgerechter untergebracht seien als bisher.

          Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) unterstützt Niekischs Umbau-Pläne in vollem Umfang, wie seine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Es sei dringend notwendig, die Neugestaltung im Sinne der Tiere weiter voranzutreiben, „auch vor dem Hintergrund, dass der Zoo ansonsten stark an Attraktivität verliert“.

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