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Universität Gießen : Neue Zentralbibliothek als Herzstück des Philosophikums

Bekommt einen Neubau: die Universitätsbibliothek Gießen Bild: Wolfgang Eilmes

Stetig steigende Studentenzahlen und stark gewachsene Bestände haben die Gießener Universitätsbibliothek an ihre Grenzen gebracht. Abhilfe schaffen soll ein Neubau für die Zentralbibliothek.

          3 Min.

          Mit ihrem Millionenbestand zählt die Gießener Universitätsbibliothek zu den größten ihrer Art. Besonders in den zurückliegenden Jahren sind die Bestände noch einmal stark gewachsen, mit stetig steigenden Studentenzahlen sind immer mehr Nutzer hinzugekommen, die Öffnungszeiten wurden bis in die späten Abendstunden ausgedehnt. All das hat den Zentralbau an die Kapazitätsgrenzen gebracht.

          Wolfram Ahlers
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Für Abhilfe soll ein Neubau sorgen. Auf längere Sicht ist zudem geplant, an dem Standort noch mehrere Fach- und Zweigbüchereien unterzubringen. Bei dem geplanten viergeschossigen Bau, der mit rund 53 Millionen Euro aus dem Hochschulbauprogramm Heureka des Landes finanziert und mit der bestehenden Universitätsbibliothek verbunden wird, handelt es sich um das größte Gebäude im Rahmen von Neugestaltung und Ausbau des Campus Schiffenberger Tal. Gemeinsam mit dem Seminargebäude I und einer neuen Mensa wird der Neubau der Bibliothek den zentralen Platz an der Rathenaustraße prägen und das Herzstück des Philosophikums bilden. Der Entwurf stammt vom Berliner Architektenbüro Max Dudler.

          Bei der Konzeption der Zentralbibliothek wird besonderer Wert auf die Integration von studentischen Arbeitsplätzen und ein modernes Konzept als Wissensspeicher und zugleich Lernort gelegt, wie es heißt. Insgesamt werden gut 17.000 Regalmeter Buchstellfläche, 41 Arbeitsplätze für Bedienstete der Unibibliothek sowie 618 Plätze für Nutzer in Einzel- und Gruppenarbeitsräumen bereitgestellt. Hinzu kommt ein Lerncenter.

          Masterplan für den „Campus der Zukunft“

          Ein Forschungslesesaal schließt an ein neues, modernes Sondermagazin für die besonders wertvollen Bestände an. Dazu zählen etwa die Papyrussammlung und die mittelalterlichen Handschriften des Universitätsbibliothek. Auch die älteren Sammlungen des Universitätsarchivs bekommen dort Platz. Des Weiteren stehen Räume für die Akten von 1945 an und knapp 600 Meter Magazinfläche zur Verfügung. Integriert wird in den Neubau zudem eine Nebenstelle des Hochschulrechenzentrums. Auf dem Campus Schiffenberger Tal, Sitz der geisteswissenschaftlichen Fakultäten und zentraler Einrichtungen der Hochschule, entsteht ein sogenannter Campus der Zukunft, der die Justus-Liebig-Universität in die Lage versetzen soll, im Wettbewerb der Hochschulen weiterhin gut dazustehen. Dafür bedarf es nicht nur neuer Gebäude, auch das Areal braucht neue Strukturen. Wobei es nicht allein darum geht, für Forschung und Lehre ein attraktives Ambiente zu schaffen, sondern auch um die Aufwertung des Stadtbildes im Osten Gießens. Universität und Stadt haben deswegen den Masterplan für den „Campus der Zukunft“ gemeinsam entwickelt.

          Die erste Ausbaustufe umfasst gut ein halbes Dutzend Vorhaben und erstreckt sich voraussichtlich ins Jahr 2024. Schon realisiert ist ein Unterrichtsgebäude für mehrere Fachbereiche der Geistes- und Kulturwissenschaften mit Seminarräumen und Hörsälen, Foyer und Aufenthaltsbereich. Mit der Fertigstellung des kulturwissenschaftlichen Graduiertenzentrums wird für dieses Jahr gerechnet. Dort sollen 200 Forscher und wissenschaftlicher Nachwuchs unter besseren Arbeitsbedingungen tätig sein können.

          Das kulturwissenschaftliche Graduiertenzentrum zählt zu den Prestigeeinrichtungen der zweitgrößten hessischen Hochschule, vermochte in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder immer wieder zu punkten. Zentral am neuen Campusplatz, der die bislang räumlich voneinander getrennten Philosophika I und II verbindet, kommt ein weiteres Seminargebäude hinzu. Baubeginn ist für das übernächste Jahr vorgesehen. Letzter großer Baustein in der ersten Ausbaustufe ist der Neubau der Mensa. Demnächst soll der Architektenwettbewerb stattfinden. Was Sanierung und Modernisierung des Audimax betrifft, hatten die Arbeiten zunächst ausgesetzt werden müssen, weil sich herausgestellt hatte, dass die Statik neu berechnet werden muss.

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          Entstanden ist der Campus Schiffenberger Tal vor den Toren der Stadt in den Sechzigerjahren zusätzlich zum Hochschulquartier zwischen Bahnhof und Stadtring. Es stellte sich bald heraus, dass die Universität mehr Forschungs- und Lehrgebäude brauchte, um die vielen Studenten aufzunehmen. So wuchs das Hochschulgelände Zug um Zug auf fast das Doppelte seiner ursprünglichen Fläche. Mit den nahen Instituten von Jura, Wirtschaft und Sport gehen im Schiffenberger Tal mehr als 10.000 Studenten aus und ein, was gut einem Drittel aller Studenten der Gießener Universität entspricht.

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