https://www.faz.net/-gzg-6yrmi

Uni-Klinikum Gießen und Marburg : Rathauschef: Land soll Privatisierung zurücknehmen

  • Aktualisiert am

„Die Zukunft des Klinikums ist für Marburg von so großer Bedeutung, dass ich gar nicht anders kann, als das Land in die Pflicht zu nehmen“, so Marburgs OB Vaupel Bild: dapd

Hessen soll die Privatisierung des Uni-Klinikums Gießen und Marburg zurücknehmen, wie der Marburger Magistrat meint. Die Betriebsräte haben über diese „Rolle rückwärts“ nicht diskutiert - und andere Sorgen.

          1 Min.

          Der Magistrat der Stadt Marburg hat die Landesregierung aufgefordert, die seit Februar 2006 wirksame Privatisierung des Uni-Klinikums Gießen und Marburg rückgängig zu machen. „Ich weiß, dass diese Forderung schwer zu realisieren ist“, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) laut einer Mitteilung. Die Betriebsräte dagegen haben über eine solche „Rolle rückwärts nicht diskutiert“, wie Klaus Hanschur, Betriebsratschef am Standort Gießen, der Rhein-Main-Zeitung sagte. Ihnen gehe es vielmehr darum, die Bedingungen für die Mitarbeiter zu verbessern. Ob und wann die Arbeitnehmervertreter in die vom Land gewünschte Mediation einsteigen werden, hänge von ihrem heutigen Gespräch mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ab.

          Die Betriebsräte bemängeln, dass die vom Land berufenen Vermittler Friedrich Bohl (CDU) und Wolfgang Gerhardt (FDP) aus ihrer Sicht dem gleichen politischen Lager zuzuordnen sind. Zudem sei das Ziel der Mediation unklar. Nicht zuletzt baue der Arbeitgeber weiter Stellen ab. Dies müsse vor Beginn der Mediation aufhören.

          „Rechtlich nicht möglich“

          „Die Zukunft des Klinikums ist für Marburg als Universitätsstadt von so großer Bedeutung, dass ich als Oberbürgermeister gar nicht anders kann, als die Landesregierung in die Pflicht zu nehmen“, führte Vaupel zur Begründung seines Vorstoßes derweil aus. Das Land müsse den Erhalt des Klinikums für die Gesundheitsversorgung und die Universitätsmedizin absichern - wenn es nötig sei, auch durch eine Rückabwicklung. Der Magistrat schloss sich zudem der Resolution des Senats der Marburger Universität an. Dieser hatte sich kritisch zur Entwicklung bei dem Klinikum geäußert.

          Florian Rentsch, Fraktionschef der FDP im Landtag, erklärte, dass eine Rückabwicklung der Privatisierung schon rechtlich unmöglich sei. Ohne Privatisierung gäbe es heute wahrscheinlich nur noch zwei Kreiskrankenhäuser in Gießen und in Marburg.

          Weitere Themen

          Orange leuchtet der Herbst

          Es ist wieder Kürbis-Saison : Orange leuchtet der Herbst

          In ein paar Tagen tauchen sie wieder vor Haustüren gehäuft auf, mit geschnitzten Fratzen. In der Küche taugen Kürbisse etwa für cremige Suppen und herbstliche Ravioli-Füllungen – und im Sonnenlicht sind sie Schmuckstücke auf dem Acker.

          Topmeldungen

          Meint, er werde falsch dargestellt: Claas Relotius.

          Relotius geht gegen Moreno vor : Der Fälscher will richtigstellen

          „Erhebliche Unwahrheiten und Falschdarstellungen“? Der als Fälscher überführte frühere „Spiegel“-Redakteur Claas Relotius geht juristisch gegen Juan Moreno und dessen Buch „Tausend Zeilen Lüge“ vor. Was will Relotius?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.