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Mittelrheintal : Der Welterbestatus ist bedroht

  • -Aktualisiert am

„Dringend nahegelegt“: Das Welterbekomitee empfehle die Berücksichtigung der Sichtachsenstudie für das Mittelrheintal. Bild: dpa

Windräder in den Randzonen des Mittelrheintals könnten den Status des Weltkulturerbes gefährden. Warnende Töne kommen direkt von der Unesco-Kommission.

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          Die Querelen um die Nutzung der Windkraft in den Randzonen des Mittelrheintals könnten für die Region zwischen Rüdesheim und Koblenz den Eintrag in die „Rote Liste“ gefährdeter Welterbestätten oder gar die Aberkennung des Welterbestatus zur Folge haben. Das geht aus einem Schreiben des Generalsekretärs der deutschen Unesco-Kommission, Roland Bernecker, an die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hervor.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          In dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt und das vor wenigen Tagen in der Mainzer Staatskanzlei einging, beklagt Bernecker die Absicht der Verbandsgemeinde Loreley, den Bau von bis zu 40 Windrädern in der Pufferzone der Region zwischen Braubach und der Loreley zuzulassen. Bernecker erinnert daran, dass es nicht ausreiche, dass Mainz die Errichtung von Windrädern in der Kernzone untersage. Auch Standorte außerhalb könnten das Welterbe beeinträchtigen.

          Das Welterbekomitee habe deshalb die Berücksichtigung der 2013 erstellten Sichtachsenstudie „dringend nahegelegt“. Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Die Grünen) hat inzwischen den Bau von Windrädern auch in der Randzone der Welterberegion untersagt, sehr zum Ärger der Verbandsgemeinde Loreley, in der es Stimmen gibt, aus Protest den Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal zu verlassen und gegen die Grenzziehung der Randzone juristisch vorzugehen.

          Auch das ist der Unesco zugetragen worden. Sie weist darauf hin, dass die Bundesrepublik jede Veränderung der Flächenkulisse grundsätzlich dem Welterbekomitee vorlegen müsse, mit möglichen Folgen wie einer Eintragung auf der Roten Liste oder einer Aberkennung des Welterbestatus, heißt es warnend. Auf der Roten Liste sind derzeit rund 50 Welterbestätten verzeichnet.

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