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Umzug von Biospring : Wieder ein Coup für Offenbach

Neuer Standort: Biospring produziert bald in Offenbach. Bild: Michael Braunschädel

Mit dem Zuzug einer Fertigung der Frankfurter Firma Biospring ist Offenbach wieder ein Coup gelungen. Gerade erst haben sie Frankfurt die Samson AG „abgejagt“.

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          Bis Offenbach die schwere Last des Niedergangs und Wegzugs alter Industrien überwunden hat, wird es noch eine Weile dauern. Aber mit dem am Montag verkündeten Zuzug einer Fertigung des BioTech-Shootingstars Biospring ist der Stadt und allen voran ihrem umtriebigen Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD), der auch Wirtschaftsdezernent ist, der zweite spektakuläre Coup gelungen. Schließlich haben die Offenbacher gerade erst den Frankfurtern die weltweit tätige Samson AG abspenstig gemacht.

          So groß wie Samson, der Ventil- und Steuerungsspezialist mit rund 4500 Mitarbeitern und Vertretungen in 66 Ländern ist Biospring noch nicht. Aber das von den Chemikern Sylvia Wojczewski und Hüseyin Aygün noch während ihrer Promotion gegründete Unternehmen wächst schnell. Anfang 2020 zählte das Unternehmen noch rund 200 Mitarbeiter, inzwischen sind es 370 in der Frankfurter Fertigung, und in Offenbach sollen noch 200 Stellen dazukommen. Mit seinem Biotech-Know-how und der daraus erwachsenden Fähigkeit, synthetische DNA-Fragmente herzustellen, bedient das Haus die schnell wachsende Nachfrage eines Zukunftsmarktes.

          Die Chance optimal genutzt

          Es spricht viel dafür, dass sich Biospring in nicht allzu ferner Zukunft wieder mit der Frage zu beschäftigen hat, wo man weiterwachsen könnte. Etwas Platz wäre in Offenbach noch auf dem Innovationscampus, aber nicht mehr viel. Ungeachtet dieser Spekulation ist mit dem Zuzug schon jetzt die Strategie Schwenkes aufgegangen. Glück hat wahrscheinlich, wie immer, auch zu diesem Erfolg gehört.

          Unbestritten ist aber, dass Schwenke und mit ihm seine Magistratskollegen bisher optimal die Chance genutzt haben, die sich mit dem Erwerb der Clariant-Brache ergeben hat, die quasi mitten in der Stadt liegt. Sie haben zukunftsträchtigen Unternehmen in Offenbach Möglichkeiten verschafft, die sie in anderen Städten wohl nicht oder nicht in vertretbar schneller Zeit offeriert bekamen. Genau das ist allerdings auch der einzige Weg, das nach wie vor arme Offenbach wieder finanziell selbständig und leistungsfähig zu machen.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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