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: Umwälzungen

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Die hessische Schulpolitik mag in vielem kritikwürdig sein. Mangelnde Entscheidungsfreude aber kann man Kultusministerin Karin Wolff (CDU) nicht vorwerfen. Auch nicht beim Thema Schulgesetznovelle. Diese ...

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          Die hessische Schulpolitik mag in vielem kritikwürdig sein. Mangelnde Entscheidungsfreude aber kann man Kultusministerin Karin Wolff (CDU) nicht vorwerfen. Auch nicht beim Thema Schulgesetznovelle. Diese hat sie am vergangenen Dienstag ins Kabinett eingebracht, nächste Woche wird sie in erster Lesung im Landtag behandelt. Die Opposition wird noch viel Grundsätzliches dazu sagen, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Modifikationen mehr erreichen. Fest steht, daß mit der Realisierung des Gesetzentwurfs eine Umwälzung in der hessischen Schullandschaft einhergehen wird. Die Richtwerte für Mindest-Klassengrößen etwa werden, wenn nicht Schulschließungen, dann in etlichen Fällen Organisationsänderungen nach sich ziehen. Hauptschulen müssen künftig mindestens 17, Realschulen 23, Gymnasien 24 Schüler je Klasse haben. Vor allem auf dem Land, wo nach heutigem Erkenntnisstand in den nächsten Jahren immer weniger Kinder und Jugendliche leben werden, wird das schwierig.

          Noch einschneidendere Veränderungen wird die nun endgültig zementierte Entscheidung nach sich ziehen, das "Turbo-Abitur" von der Ausnahme zur Regel zu machen. In unmittelbarem Zusammenhang dazu steht die Entscheidung, die Querversetzungs-Regelung auszuweiten: Künftig sollen Schüler, deren Eltern sie für einen höheren Bildungsgang angemeldet haben, als die abgebende Grundschule empfahl, bis in die Jahrgangsstufe sieben in eine andere Schulform zwangsversetzt werden können. Derzeit ist diese - bisher selten genutzte - Variante pädagogischen Eingreifens nur in der Jahrgangsstufe fünf statthaft. Ursprünglich war sogar die Querversetzungsmöglichkeit bis in die achte Klasse im Gespräch. Dagegen allerdings regte sich so viel Protest, daß das Kultusministerium einen Gang zurückschaltete.

          Anders bei der Schulzeitverkürzung, wo es dabei bleibt, daß der Zeitgewinn von einem Jahr durch eine Verdichtung des gymnasialen Stundenplans in der Mittelstufe erreicht wird. Die Anschlußmöglichkeit etwa von der Realschule ist somit zwar erhalten. Den Übergang zu bewältigen wird aber auch für leistungsstarke Schüler sehr schwierig werden. Die Schulzeitverkürzung muß man begrüßen. Bei der Art, wie sie installiert wird, reicht es aus, die dahinterstehende Konsequenz zu loben. JACQUELINE VOGT

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