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Unpassende Weihnachtsgeschenke : Nach dem Kauf ist vor dem Umtausch

Glückssache: Ausgepackt, entpuppt sich nicht jedes Weihnachtsgeschenk als Volltreffer. Bild: Picture Alliance

Hab ich schon, passt mir nicht. Längst nicht jedes Weihnachtsgeschenk gelingt. Aber es gilt einige Umtauschregeln für die Zeit nach dem Fest zu beachten.

          Zunächst einmal gilt es festzustellen: Einen Anspruch auf Umtausch, auch wenn dies viele für selbstverständlich halten, gibt es im stationären Einzelhandel nicht. Händler sind nicht verpflichtet, Ware zurückzunehmen, wenn sie nicht gefällt oder nicht passt. Allerdings zeigen sich die meisten Händler in Deutschland kulant. Nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach erstatteten in mehr als 80 Prozent der Fälle die Händler den Kaufpreis ohne Umschweife oder stellten ihren Kunden einen Gutschein aus.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Grundsätzlich kann jeder Händler die Umtauschbedingungen frei gestalten, also etwa festlegen, ob es Geld zurückgibt oder nur einen Gutschein oder den Austausch gegen Ware. In der Regel sind die Bedingungen auf dem Kassenbon aufgeführt. „Vielen Dank für Ihren Einkauf. Umtausch innerhalb von zwei Wochen gegen Vorlage des Kassenbons“ - so ist auf den Kaufquittungen vieler Geschäfte in Frankfurt zu lesen. Wer sich nicht sicher ist, wie ein Kleidungsstück beim Beschenkten ankommt oder ob die Größe stimmt, sollte sich vor dem Kauf erkundigen. Etwa auch danach, ob der reduzierte Pullover und der reduzierte Schlafanzug - in diesem Jahr gab es ja bereits im Vorweihnachtsgeschäft kräftig Rabatt - unter die Umtauschregeln fallen.

          Bon und Etikett müssen noch vorhanden sein

          Das ist in allen Geschäften, bei denen wir einkauften und danach fragten, der Fall: Karstadt, Galeria Kaufhof, Peek & Cloppenburg, Appelrath Cüpper, Sportscheck. Wobei eine Verkäuferin bei Karstadt feststellte, eigentlich gelte für reduzierte Ware nur eine Umtauschfrist von einer Woche. Sie stellte aber Kulanz in Aussicht. Grundsätzlich fein raus sind Kunden im Modehaus Peek & Cloppenburg. Für alle Artikel, auch für reduzierte Ware, habe man acht Wochen für den Umtausch Zeit, hieß es auf Anfrage.

          Mit zwei Wochen Umtauschfrist bei Weihnachtsgeschenken ist ohnehin schlecht bedient, wer schon zeitig gekauft hat. Kulanz über die 14 Tage hinaus signalisieren die meisten Geschäfte mit dieser freiwilligen Frist nur dann, wenn Kassenbon und Etikett noch vorhanden sind. Dass die Ware einwandfrei sein muss, versteht sich von selbst. Doch auch wenn der Kassenbon verlorengeht, ist das kein Drama. Nach Angaben von Verbraucherschützern kann auch der Kontoauszug mit der Abbuchung den Kauf bestätigen.

          Ankaufsportale auch für unpassende Geschenke

          Im Falle von Bestellungen im Internet, am Telefon oder im Katalog haben Verbraucher grundsätzlich ein Umtausch- beziehungsweise Widerrufsrecht von 14 Tagen. Die Frist läuft mit Erhalt der Ware. Eine Ausnahme von der Regel sind Veranstaltungstickets. Wer Theater- oder Konzertkarten verschenkt, sollte sich daher vorher vergewissern, ob Stück und Musik dem Beschenkten gefallen und ob er am Veranstaltungstag auch Zeit hat. Geht die Sache mit den Karten trotzdem schief, bleiben immer noch Auktionsplattformen wie Ebay, um sie wieder loszuwerden.

          Auch für Bücher und CDs gibt es viele Ankaufsportale. Entweder der Verkäufer geht direkt auf die Seiten der Anbieter - zu den ältesten und bekanntesten gehören Momox und Rebuy - und gibt dort eine ISBN- und EAN-Nummer ein. Oder aber er sucht bequem mit dem Handy über die App „Wer zahlt was?“ den besten Preis, indem er lediglich den Strichcode einscannt. Je aktueller ein Buch, umso besser der Verkaufswert. Ist erst einmal die Taschenbuchausgabe erschienen, geht es schnell bergab mit den Preisen.

          Bei unserer Abfrage direkt auf den Portalen der Anbieter hatte Rebuy in der Regel den besten Preis. Das Unternehmen Momox, das den Gebrauchtbücher-Ankauf im Internet zu Festpreisen erfunden hat, landet bei vielen Anfragen via App inzwischen nur auf mittleren Plätzen. Auffällig ist, dass die Preise von Tag zu Tag schwanken. Für Umberto Ecos „Nullnummer“ zahlte Rebuy am Dienstag dieser Woche mit 10,39 Euro genau drei Euro mehr als am Montag. Kaufen konnte man den Titel bei Rebuy am Dienstag für 13,99 Euro. Wer Langeweile hat an den Feiertagen, kann mit dem Handy spielen und Preise vergleichen.

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