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Umstrittene Ehrung : Zuckmayer-Medaille für Robert Menasse

Malu Dreyer verleiht Robert Menasse die Carl-Zuckmayer-Medaille auf der Bühne des Mainzer Staatstheaters. Bild: dpa

Obwohl Robert Menasse nicht nur im Roman, sondern auch in Diskussionen erfundene Fakten verwendet hat, ehrt ihn die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin als „großen Erzähler der Gegenwart“. Einige geladene Gäste protestieren.

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          Der Schriftsteller Robert Menasse hat am Freitagabend im Staatstheater Mainz die Carl-Zuckmayer-Medaille 2019 erhalten. Allerdings waren einige der rund 900 geladenen Gäste aus Protest nicht zu der Feierstunde erschienen. In den vergangenen Tagen war bundesweit darüber diskutiert worden, ob man einen Autor als „großen Erzähler der Gegenwart“ auszeichnen sollte, der in seinem 2017 erschienenen Roman „Die Hauptstadt“ nachweislich mit falschen Zitaten und Fakten gearbeitet hat – und diese auch in öffentlichen Diskussionen verwendet.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Inzwischen hat sich der 64 Jahre alte österreichische Autor offiziell entschuldigt. In einer Stellungnahme, die er am 7. Januar zusammen mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) veröffentlichte, räumte Menasse ein, einen Fehler gemacht zu haben – allerdings „nicht mit dem Ziel der Täuschung“. Es gebe aber einen Unterschied, hieß es in der Erklärung, zwischen der künstlerischen Freiheit, die ein Schriftsteller in seinem fiktionalen Schaffen genieße, und der Verantwortung, der er gerecht werden müsse, wenn er sich in den politischen Diskurs begebe.

          CDU-Fraktionschef Christian Baldauf und anderen in der Union reichte das nicht; sie bezeichneten die Ehrung vorab als „schweren Fehler“. „Wenn jemand bereit ist, einen Fehler einzusehen und diesen auch einzugestehen, so bin ich bereit, das anzuerkennen“, sagte Dreyer in ihrer Festrede und lobte den Preisträger ob seiner großen Verdienste um die deutsche Sprache.

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