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Frankfurter Uniklinikum : Wie Corona-Hygiene gelingt

Nur für Infizierte: Der rote Strich und das Schild an der Wand geben den Weg für Covid-19-Patienten in der Uniklinik vor. Bild: Frank Röth

Damit sich Patienten im Krankenhaus nicht mit dem Virus infizieren, bedarf es eines ausgeklügelten Plans. An der Frankfurter Uniklinik sind dabei Hygieniker und Mikrobiologen besonders gefordert.

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          Eine Fahrt mit Brad Pitt ist sicher; bei Leonardo DiCaprio ist dagegen Vorsicht geboten. Denn in den nach ihm benannten Aufzügen im Eingangstrakt des Haupthauses der Frankfurter Universitätsklinik werden Covid-19-Patienten auf die Stationen gebracht. Die Aufzüge im GebäudetraktC – wie Caprio – des Hauses23 werden derzeit auch noch genutzt, um benutztes Geschirr, Bettwäsche, Betten, Schutzbekleidung und Abfälle nach einer ersten Reinigung auf den Corona-Stationen zur professionellen Dekontamination zu transportieren. Mit den Aufzügen im Trakt B – wie Brad – gelangen dagegen Mitarbeiter zu ihren Arbeitsplätzen. Auch nichtinfizierte Patienten, die einen Termin im Haus haben, zum Beispiel zur Dialyse müssen, nutzen sie. Der Aufgang, dessen Aufzugname Angelina Jolie vor allem bei Männern Anklang finden könnte, blieb in den vergangenen Wochen dagegen ungenutzt, weil der Trakt A mit Flatterband abgesperrt ist.

          Ingrid Karb
          Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Benennung der Aufzüge nach Hollywoodstars ist nur ein spielerisches Detail des umfangreichen Wegekonzepts, das es ermöglicht hat, das Haupthaus in der Hochphase der Corona-Pandemie in ein sicheres Infektionskrankenhaus umzuwandeln. Entwickelt hat das Konzept in kürzester Zeit der Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, Volkhard Kempf, mit seinen sieben Mitarbeitern.

          Normaler Betrieb ausgelagert

          Um Ansteckungen zu vermeiden, sollen Infektiöse und Nichtinfektiöse so durch das Haus geleitet werden, dass sich ihre Wege nicht kreuzen, wie Kempf erklärt. Damit Mitarbeiter, Lieferanten und Patienten den richtigen Pfad finden, sind die Strecken mit rotem beziehungsweise grünem Klebeband am Boden gekennzeichnet. Wo sich das nicht klar zuordnen lässt, zum Beispiel in der Notaufnahme, kommen graue Markierungen hinzu. Die Benennung der Aufzüge sei eine Idee der Covid-19-Arbeitsgruppe gewesen, berichtet der 50 Jahre alte Mediziner. Eigentlich würden die farbigen Markierungen und die auffälligen Hinweise an Türen ausreichen. „Ich selbst merke mir Namen leider eher schlecht.“ Das Universitätsklinikum stellte sich Mitte März auf eine schnell steigende Zahl von Covid-19-Patienten ein. Das Robert-Koch-Institut hatte zudem empfohlen, die Behandlung von Corona-Infizierten und anderen Patienten räumlich voneinander zu trennen. Da man davon ausging, dass in der größten Klinik des Landes nicht nur die besonders Schwererkrankten behandelt werden müssen, sondern auch Platz für viele leichter Erkrankte benötigt wird, erschien nur das Haupthaus geeignet. Weil lediglich dort genügend Betten vorhanden sind, entschied die Klinikleitung um den Ärztlichen Direktor Jürgen Graf, den normalen Krankenhausbetrieb in weiter entfernt liegende Gebäude der Universitätsklinik auszulagern.

          Kempf und sein Team mussten deshalb nicht nur das 14 DIN-A4-Seiten umfassende Wegekonzept für das Haupthaus, das von der Bauart her nicht als Infektiologie vorgesehen ist, erstellen. Sie mussten auch neue Hygieneregeln für alle anderen Klinikgebäude vorgeben. „Eine derartige Situation habe ich zuvor nicht erlebt“, hebt der Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie mit der Zusatzbezeichnung Krankenhaushygiene hervor. Die Trennung des Universitätsklinikums in zwei Bereiche sei etwas Einmaliges, sagt Kempf, der im Jahr 2018 in die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts berufen wurde. Die vergangenen Monate hätten seinem Team und den Hygienebeauftragten im Uniklinikum – 40 Ärzten und 80 Pflegekräften – alles abverlangt. Kempf und seine Mitarbeiter waren ständig in den Gebäuden des Uniklinikums unterwegs, um zu schauen, ob die Vorgaben eingehalten werden, und bei Schwierigkeiten zu beraten.

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