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F.A.Z.-Umfrage : Das sind die größten Sorgen der Hessen vor der Landtagswahl

„Wohnungsmarkt und Mieten“

„Wohnungsmarkt und Mieten“ nennen insgesamt 21 Prozent. Hier fällt auf, dass die Nennung bei FDP-Anhängern mit 38 Prozent am höchsten ist, höher als bei Linkspartei-Wählern (32 Prozent) und bei Anhängern der SPD (22). Mag sein, dass FDP-Anhänger eher aus Vermieter- als aus Mietersicht auf das Thema schauen. Auf Platz vier rangieren Verkehrsprobleme, sie werden von insgesamt 16 Prozent erwähnt, am häufigsten von Grünen-Anhängern mit 22 Prozent. Zwölf Prozent haben keine drängenden Probleme oder können keine benennen.

Gefragt, was sie von Fahrverboten für ältere Dieselfahrzeuge in Städten halten, sagen 58 Prozent, sie fänden einen solchen Eingriff nicht richtig, 38 Prozent sind dafür. Überwiegend Ablehnung von Fahrverboten äußern Anhänger der CDU (66 Prozent), der SPD (54), der FDP (62) und der AfD (92), überwiegend Zustimmung kommt von den Anhängern der Grünen (58 Prozent) und der Linken (67).

Ein Handy-Verbot an Schulen ist zwar ursprünglich kein hessisches Thema, aber über einen entsprechenden Erlass in Frankreich wird auch hierzulande viel gesprochen. Seit Juli gilt an französischen Schulen ein Verbot von Mobiltelefonen und Tablet-Computern für Schüler im Alter bis zu 15Jahren. 58 Prozent der Befragten in Hessen sagen, das fänden sie gut, 33 Prozent sind dagegen. Die Zustimmung zu einem Handy-Verbot überwiegt bei den Anhängern aller Parteien außer bei denen der FDP.

Erwartungen an die Koalition

Im Bereich der interessanten Spekulation bewegt sich die Frage nach den Erwartungen, ob die große Koalition in Berlin eine volle Wahlperiode, also bis zum Herbst 2021, bestehen bleibe oder nicht. 49 Prozent meinen, die von Union und SPD getragene Bundesregierung bleibe so lange zusammen, 46 Prozent glauben das nicht. Die Erwartung, die große Koalition halte durch, überwiegt bei den Anhängern der CDU (63 Prozent) und der Linken (59 Prozent). Die Anhänger aller anderen Parteien halten ein Auseinanderfallen für wahrscheinlicher, auch die der SPD (50 zu 45 Prozent).

Dreieinhalb Wochen vor der hessischen Landtagswahl am 28.Oktober liegt die CDU bei der „Sonntagsfrage“ mit 29 Prozent unverändert vorn. Sie verliert allerdings im Vergleich zur Juni-Umfrage von F.A.Z. und FFH zwei Punkte, desgleichen die SPD, die derzeit bei 23 Prozent steht. Die Grünen verbessern sich von 13 auf 18 Prozent. Viertstärkste Kraft würde laut Umfrage die AfD, die gegenüber Juni um zwei Punkte auf 13 Prozent zulegt. Die Partei „Die Linke“ erreicht unverändert acht Prozent, die FDP fällt von acht auf sechs Prozent. Gut die Hälfte der Wahlberechtigten (51 Prozent) ist noch nicht sicher, ob und, wenn ja, wen sie wählen wollen.

Die Forschungsgruppe Wahlen hat zwischen dem 24.September und dem 1.Oktober in Hessen 1038 repräsentativ ausgesuchte Wahlberechtigte telefonisch befragt. Die Umfragewerte für die Parteien können am Wahlabend bis zu drei Prozentpunkte nach oben oder nach unten abweichen.

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