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Ukrainische Autoren lesen in Frankfurt : Sprache des Aufruhrs

Proeuropäisch: Demonstranten auf Barrikaden in Kiew Bild: dpa

Was sich in nächster Zeit in der Ukraine ereignen könnte und was sich in den vergangenen Tagen ereignet hat, lässt sich in Frankfurt nächste Woche besonders gut überdenken. Dann sind vier ukrainische Schriftsteller in der Stadt

          Die Gesetze, die den Aufstand angefacht haben, sind zurückgenommen, aber bei weitem nicht alle Forderungen der ukrainischen Protestbewegung an die Regierung ihres Landes sind erfüllt. Das Verhalten von Präsident Janukowitsch ist ebenso wenig abzusehen wie das weitere Schicksal des Abkommens, das die Ukraine an Russland bindet. Was sich in nächster Zeit ereignen könnte und was sich in den vergangenen Tagen ereignet hat, lässt sich in Frankfurt nächste Woche besonders gut überdenken. Dann sind vier ukrainische Schriftsteller in der Stadt, die zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren ihres Landes gehören und sich zwei Tage lang in Frankfurt aufhalten.

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aus Kiew kommt Juri Andruchowytsch, der seiner Regierung in einem Appell vor einigen Tagen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorwarf, aus Lemberg im Westen des Landes Jurko Prochasko, aus Charkiw im Osten Serhij Zhadan. Die Schriftstellerin Tanja Maljartschuk, die in Kiew lange als Fernsehjournalistin gearbeitet hat, kommt aus Wien, wo sie seit drei Jahren lebt. Am 5. Februar lesen die Autoren von 19.30 Uhr an im Frankfurter Literaturhaus aus ihren Werken, diskutieren über die Ereignisse in ihrem Heimatland und berichten davon, was in den vergangenen Wochen bei den Protesten in Kiew und vielen anderen Regionen des Landes geschehen ist. Moderiert wird der Abend von Katharina Raabe, Lektorin für osteuropäische Literaturen im Suhrkamp-Verlag.

          F.A.Z.-Korrespondent moderiert

          Am 6 .Februar folgt von 19.30 Uhr an eine Diskussion im Renate-von-Metzler-Saal des Casino-Gebäudes der Goethe-Universität, bei der die vier Autoren mit der Politikwissenschaftlerin Inna Melnykowska ins Gespräch kommen, die 1978 im westukrainischen Tschortkiw geboren wurde und zurzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Gießen tätig ist. Moderiert wird der Abend von Konrad Schuller, dem Korrespondenten dieser Zeitung für die Ukraine und Polen.

          Organisiert haben die beiden Veranstaltungen unter der Leitung von HR-Moderatorin Hanne Kulessa die Teilnehmer des von der Goethe-Universität angebotenen Aufbaustudienganges Buch- und Medienpraxis. Kulessa hatte sich schon vor geraumer Zeit dazu entschlossen, die Ukraine zum Thema des von ihr unterrichteten Kurses zu machen - weil sie die Literatur des Landes schätzt und Andruchowytsch seine deutschen Leser schon vor Jahren gewarnt hat: „Bitte habt ein Auge auf die Ukraine.“ Wie man das tun kann, ist nun in Frankfurt zu hören.

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