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Überforderte Eltern : Jugendämter nehmen knapp 3000 Kinder in Obhut

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Bis das Jugendamt ein neues Zuhause gefunden hat, kommen Kinder aus prekären Verhältnissen in Pflegefamilien unter Bild: Sick, Cornelia

Weil das Kindeswohl akut gefährdet war, haben hessische Jugendämter im vergangenen Jahr rund 3000 Mädchen und Jungen in Obhut genommen. In fast der Hälfte der Fälle waren die Eltern überfordert.

          Wegen akuter Gefahr für das Wohl eines Kindes haben hessische Jugendämter im vergangenen Jahr knapp 3000 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das waren etwa so viele wie 2010, teilte das Statistische Landesamt in Wiesbaden mit.

          Die jungen Menschen seien aus der eigenen Familie, einer Pflegefamilie oder einem Heim herausgenommen worden. Anlass war in 44 Prozent der Fälle, dass die Eltern überfordert waren. Beziehungsprobleme oder das unbegleitete Einreisen aus dem Ausland waren in jeweils 15 Prozent der Fälle der Grund dafür, dass die Ämter eingriffen.

          Die Schutzmaßnahmen betrafen in knapp zwei Dritteln der Fälle deutsche und zu 36 Prozent ausländische Kinder. Jeder dritte Betroffene - Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren - hatte selbst den Wunsch nach einer anderen Unterbringung geäußert.

          Weniger Kinder unter Vormundschaft

          Genau 2531 Kinder und Jugendliche in Hessen standen Ende 2011 unter Vormundschaft der Jugendämter. Damit ging die Zahl leicht um knapp ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück, wie  das Statistische Landesamtweiter berichtete.

          In 2228 Fällen war den Eltern das Sorgerecht entzogen worden. Bei 303 Kindern von minderjährigen unverheirateten Müttern sprang das Jugendamt ein, weil für sie nach dem Gesetz eine Amtsvormundschaft gilt. Erstmals wurde im Jahr 2011 den Eltern von 730 Kindern und Jugendlichen das Sorgerecht per Gericht entzogen. Das waren laut Behörde rund fünf Prozent weniger als im Jahr 2010.
           

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