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Klimaproteste : Monday for Future

Tausende Klima-Demonstranten: Fridays for Future in Frankfurt Bild: dpa

Die Friday-for-Future-Bewegung mobilisiert längst nicht nur junge Menschen. Zahlreiche Demonstranten haben in ganz Deutschland friedlich für einen besseren Klimaschutz protestiert. Doch was folgt danach?

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          Man kann nur den Hut ziehen vor denen, die die Demonstrationen in Frankfurt und anderen Städten auf die Beine gestellt haben. Die bei weitem nicht nur jungen Leute haben fröhlich und zugleich mit Ernsthaftigkeit ihren Forderungen Gehör verschafft, es blieb friedlich, die Blockaden waren ärgerlich, aber zu ertragen.

          Die Frage ist, was aus den Protesten folgt. Denn auf die Begeisterung am Freitag könnte ein ernüchternder Montag folgen. Die Beschlüsse der Regierungskoalition in Berlin gehen zwar insoweit in die richtige Richtung, als sie den Emissionshandel und damit ein den Mechanismen der Marktwirtschaft entsprechendes Instrument zur Grundlage der Klimapolitik machen. Doch das sollte nicht alles sein. Es wäre schon gut, Fortschritte wenigstens dort zu erreichen, wo Einigkeit im Ziel besteht. Das gilt, wenn man den Blick auf die Landespolitik richtet, zum Beispiel für den Ausbau der Schienenwege.

          Die Zeit für Veränderung ist da

          Allein: Wer in diesen Tagen mit Politikern spricht, hört zwar freundlich-väterliche Worte über die jungen Menschen auf den Straßen, vernimmt aber nie, dass die Forderung nach einem höheren Tempo, die die Demonstranten erheben, irgendeine Beschleunigung bei den Verantwortlichen auslöst. Der Schwung der Jungen verläuft sich im Apparat. Dabei wäre jetzt die Stunde, endlich das Planungsrecht für neue Verkehrswege zu entschlacken, endlich einen Dialog darüber zu beginnen, wie eine Energiewende gelingen soll, wenn jeder Kilometer einer neuen Hochspannungsleitung nur in einem Häuserkampf durchzusetzen ist.

          Genauso lehnen sich die Manager in den Unternehmen zurück und hoffen, der Sturm, den die Umweltbewegten entfacht haben, werde schon an ihnen vorbeiziehen. Doch nichts ist falscher. Wenn junge Leute ihr Engagement ernst meinen, werden sie den Dialog nicht verweigern, wenn Politiker und Manager die jungen Leute ernst nehmen, sollten sie das Gespräch suchen. Die Freude über die eigene Entschlossenheit, der Region für einen Tag den Stempel aufgedrückt zu haben, ist das eine. Nachhaltig wird der Protest erst, wenn dem hoffnungsfroh stimmenden Friday for Future ein arbeitsreicher Monday for Future folgt.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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