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Sparkasse und Volksbank : Doppel-Filialen auch in Darmstadt

Neuer Vorsitzender des Vorstandes: Dr. Sascha Ahnert Bild: Wolfgang Eilmes

Das Modell gemeinsamer Filialen von Sparkasse und Volksbank im Taunus trägt Früchte: Künftig soll es das auch in Darmstadt geben.

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          Die Sparkasse Darmstadt und die Volksbank Darmstadt-Südhessen werden dieses Jahr dem Beispiel der Taunus-Sparkasse und der Frankfurter Volksbank folgen und einige Filialen gemeinsam betreiben. Wie Sparkassenchef Sascha Ahnert und Vorstand Jürgen Thomas bei der Vorstellung der Bilanz ihrer Hauses für 2019 sagten, ist zunächst geplant, vier Stellen mit Automaten und drei mit Personal besetzten Geschäftsstellen mit rotierenden Teams kooperativ zu betreiben.

          Rainer Hein

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Darmstadt.

          Einzelheiten wollen die Vorstände beider Banken gemeinsam im März vorstellen. „Wir können so präsent bleiben und trotzdem eine gewisse Kostenersparnis erzielen“, sagte Ahnert, der die ausgehandelte Kooperation mit der Volksbank als einen „vernünftigen und vertrauenswürdigen Dialog“ bezeichnet.

          Kostenoptimierung als Dauerthema

          Kostenoptimierung ist bei der Sparkasse Dauerthema und keineswegs Reaktion auf einbrechende Geschäftszahlen. Im Gegenteil, 2019 bewertet der Vorstand als ein abermals erfolgreiches Jahr, man habe „wieder einen Spitzenplatz im Ranking der Sparkassen unseres Verbandsgebietes“ erzielt. Dass damit der erste Platz in Hessen gemeint ist, fügte Ahnert zwar an, relativierte dies aber zugleich mit Hinweis auf die „wirtschaftliche Sondersituation in der Region“, von der Geldhäuser in anderen Gebieten Hessens nicht in gleichem Maße profitieren könnten.

          Tatsächlich zeigt die Bilanz, wie erfolgreich die Sparkasse es im vergangenen Jahr wieder verstanden hat, am südhessischen Bauboom zu partizipieren. Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent auf 4,92 Milliarden Euro gewachsen, was auf ein überdurchschnittliches Kundengeschäft zurückgeht. Das Kundenkreditvolumen nahm um 7,7Prozent auf 3,911 Milliarden Euro zu, und wäre, wie Thomas anführte, noch höher ausgefallen ohne Einrechnung des Kommunalkreditgeschäfts, das praktisch zum Erliegen gekommen sei.

          Immobilienfinanzierungen als Wachstumgstreiber

          Wachstumstreiber sind die privaten und gewerblichen Immobilienfinanzierungen. Mit 785 Millionen Euro bewegten sich die Kreditzusagen der Sparkasse 2019 weiterhin auf Spitzenniveau, im Jahr zuvor waren es 809 Millionen Euro gewesen. Bei etwa zwei Drittel handelt es sich um Kredite an gewerblicher Investoren und Projektentwickler, deren Kapitalbedürfnisse die Sparkasse auch in größeren Dimensionen bedienen kann: „Wir trauen uns auch schon einmal 20 bis 30 Millionen Euro an Kreditsumme zu“, sagte Thomas. Das steigende Kundenvertrauen zeigt sich mit Blick auf die Dekade: Standen 2009 noch 2,1 Milliarden Ausleihungen in den Büchern der Sparkasse, konnte zum Jahresende die Summe von 3,9 Milliarden Euro ausgewiesen werden.

          Zum um 3,2 Millionen Euro auf 35 Millionen Euro erhöhten Provisionsergebnis trug auch das Wertpapier- und Versicherungsgeschäft bei, das um 7,8 Prozent gesteigert werden konnte auf 38,1 Millionen Euro. Dennoch sind damit die negativen Auswirkungen der Niedrigzinsphase nicht vollständig zu kompensieren. Ihr Haus sehen Ahnert und Thomas gleichwohl gut aufgestellt. Das Betriebsergebnis vor Bewertung, zentraler Wert zur Analyse der Ertragskraft von Kreditinstitute, mit 50,4 Millionen Euro bei 1,05 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme. „Diese Eins vor dem Komma haben heute nur noch wenige.“ Auch die Kern- und Gesamtkapitalquote konnte dank des guten Jahresabschluss gestärkt werden, von 19,4 auf 21,5 Prozent.

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