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Neuer Frankfurter Stadtteil : Tunnel für Gateway Gardens steht

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Schnelle Verbindung zum neuen Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens Bild: Wolfgang Eilmes

Am Frankfurter Flughafen sollen im neuen Stadtteil Gateway Gardens künftig fast 20.000 Menschen arbeiten. Die Bahn verspricht die planmäßige Eröffnung des S-Bahnhofs. Doch es gibt auch eine weniger gute Nachricht.

          Die Treppe aus dem noch nackten Beton führt steil in die Tiefe. Im Untergrund ist gerade das tonnenförmige Beton-Gewölbe für den neuen S-Bahnhof Gateway Gardens fertig geworden. Bei einer Höhe von gut zehn Metern bietet die großzügig angelegte Station auf rund 200 Metern Länge beste Sicht. Der Clou sind jedoch in der Mitte des Bahnhofs die Lichtschächte an der Decke, die mit einem eigenen Dach geschützt werden.

          Acht Monate vor der geplanten Eröffnung des 300 Millionen Euro teuren Projekts, eines der derzeit größten im Rhein-Main-Gebiet, sieht sich die Deutsche Bahn am Dienstag beim Baustellenbesuch im Zeitplan. Mit einem knappen und doch selbstbewusst klingenden „Ja“ antwortet DB-Projektleiter Uwe Schmidt auf die Frage, ob am 15. Dezember tatsächlich die ersten S-Bahnen vom Frankfurter Hauptbahnhof über Gateway Gardens zum Regionalbahnhof am Flughafen fahren werden.

          Derzeit läuft die Abnahme des Rohbaus für den zwei Kilometer langen Tunnel. Dieser unterquert die A5 am Frankfurter Autobahnkreuz - die neue Trasse von Frankfurt-Stadion nach Gateway Gardens ist insgesamt vier Kilometer lang. Rund 160.000 Kubikmeter Beton und 30.000 Tonnen Stahl sind im Tunnel verbaut worden. Angemischt wurde direkt vor Ort, um lange Transporte zu sparen. In den kommenden Monaten werden nun Gleise und Signaltechnik im Tunnel montiert.

          Kleine „Sensation“

          Mit der hochmodernen S-Bahn-Station soll der Stadtteil Gateway Gardens, den Frankfurt vor 15 Jahren konzipierte, an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angeschlossen werden. In dem Gewerbegebiet sollen bis zum Jahr 2026 rund 18.000 Menschen arbeiten. Derzeit sind es knapp 5000. Neben großen Firmen wie DB-Schenker, Condor, Kion und dem Lufthansa-Caterer LSG Sky Chefs haben sich dort auch mehrere Hotels angesiedelt. Einst gehörte das 35 Hektar große Gelände, das an in der Nähe des Terminals 2 liegt, zur Airbase der US-Streitkräfte.

          Sollte das Projekt nach gut dreieinhalb Jahren Bauzeit Mitte Dezember kurz nach dem neuen Fahrplanbeginn planmäßig tatsächlich zum Abschluss kommen, wäre das auch für Rhein-Main-Verkehrsverbund-Chef Knut Ringat eine kleine „Sensation“. Denn das Einhalten von Zeitplänen passiert bei privaten und öffentlichen Bauprojekten nicht oft. Die üblichen Kostensteigerungen - ursprünglich waren 260 Millionen Euro kalkuliert - fallen auch nicht aus dem Rahmen.

          Jeden Tag sollen am neuen Bahnhof 19.000 Fahrgäste aus- und einsteigen, hat der RMV-Geschäftsführer ausgerechnet. Die schlechte Nachricht ist aber, dass sieben Wochen vor der geplanten Eröffnung im Dezember ab 26. Oktober die S-Bahn-Strecke von Frankfurt-Stadion über den Regionalbahnhof am Flughafen bis nach Kelsterbach vollständig gesperrt wird. In dieser Zeit müssen im Untergrund mehrere Wände durchbrochen werden, um den neuen mit dem alten Tunnel zu verbinden.

          Kurze Anfahrt

          In dieser Zeit benutzen S8 und S9 die Strecke zwischen Hauptbahnhof und dem Fernbahnhof am Flughafen. Die übliche Taktung und Fahrzeit bleibe dieselbe, hieß es von der Bahn. Wegen der zusätzlichen Belastung dieser Verbindung könne es aber sein, dass einzelne ICEs in dieser Zeit nicht den Fernbahnhof anfahren. Dies sei jedoch in den Fahrplänen vermerkt.

          Die künftige Fahrzeit vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Gateway Gardens - der Stadtteil ist derzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen - soll zehn Minuten betragen. Die Fahrt zum Regionalbahnhof am Flughafen wird sich jedoch wegen des zusätzlichen Halts und der neuen Trasse um drei Minuten verlängern.

          Finanziert wird das Bahnprojekt von Bund, Land und der Stadt Frankfurt. Für Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir ist das Projekt ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem „zukunftsfähigen ÖPNV“ in der Rhein-Main-Region. „Es gibt noch viel zu tun“, meint der Grünen-Politiker in Gateway Gardens. Jahrzehntelang sei darüber nur geredet worden.

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