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Bewässerungsbeutel : Steter Tropfen rettet den Baum

Durstig: Spitzahorn an der Europaallee in Frankfurt. Bild: Ricardo Wiesinger

Es hat in den vergangenen Tagen zwar geregnet, aber nach der Trockenheit hat das gestressten Bäumen nicht viel gebracht. Bürger können aber selbst auf pfiffige Weise für Abhilfe sorgen.

          Die Regenschauer der vergangenen Tage haben zwar Staub von den Blättern gespült, durstenden Bäumen aber kaum geholfen. Wenige Zentimeter tief ist der Boden noch immer trocken und hart wie Stein. Das setzt Apfel- und Zwetschgenbäumen im eigenen Garten genauso zu wie ausgewachsenen Platanen oder Rotbuchen an Straßen und in Parks.

          Dieter Schwöbel

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am meisten aber macht die Dürre jungen Bäumen zu schaffen. Ihre Wurzeln greifen noch nicht tief genug, um Wasser aufzunehmen. Mancher Hobbygärtner schleppt deswegen täglich eimerweise Wasser oder gießt mit dem Schlauch. Das ist nicht nur anstrengend, sondern kostet auch viel Zeit, vor allem, wenn der Garten nicht am Wohnhaus liegt. Doch wer eigenes Obst ernten will, der muss das eben auf sich nehmen.

          Viele Bäume verlieren bereits jetzt, Anfang August, ihr Laub. Besonders betroffen ist der Spitzahorn, der im Europaviertel in großer Zahl gepflanzt wurde.

          Schlechter ergeht es dagegen vielen jungen Bäumen an Straßen und in Grünanlagen. Die Mitarbeiter der Kommunen tun zwar ihr Möglichstes, um die empfindlichen Gewächse zu wässern, doch in großen Städten wie Frankfurt können sie allein wegen der schieren Zahl gar nicht so viel gießen, wie es nötig wäre. Im Unterschied zu ausgewachsenen Bäumen, die einmal die Woche 100 bis 200 Liter brauchen, um über einen trockenen Sommer zu kommen, sind junge Bäume auf eine stetige Wasserversorgung angewiesen. Manche Städte bitten deswegen ihre Bürger darum, mitzuhelfen.

          Bewässerungsbeutel für stetige Befeuchtung

          Besonders geschickt geht dabei Mörfelden-Walldorf vor. Die Doppelstadt belässt es nicht beim Appell, sondern macht ein gutes Angebot. Wer sich engagieren will, der kann sich beim Bauhof einen Bewässerungssack holen und an einem Baum anbringen.

          Er besteht aus Plastik und fasst etwa 70 Liter. Der Bewässerungsbeutel wird um den Baum herumgelegt, mit einem Reißverschluss befestigt und befüllt. Der Clou: Das Wasser tröpfelt stetig aus dem Sack heraus und sickert langsam in den Boden ein. Er bleibt dadurch beständig feucht, und die Wurzeln werden dauerhaft versorgt. Abhängig vom Wetter reicht eine Füllung bis zu einer Woche.

          Die Wassersäcke sind natürlich auch für den privaten Garten sinnvoll. Sie kosten zehn bis 30 Euro – abhängig von Größe, Material und Robustheit. Etwas teurere Modelle können miteinander verbunden und dadurch auch größere Stämme umschlossen werden. Übrigens: Für wenige Euro gibt es auch kleine Gieß-Lösungen nach dem gleichen Prinzip: Kunststoffflaschen werden gefüllt und in Beete gesteckt. Das Nass tröpfelt durch Minilöcher langsam in die Erde.

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