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Tournee : Daniel will nicht weinen: Dieter Bohlen und seine "Superstars" in Frankfurt

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Dieter Bohlen meint abfällig, es sei purer Zufall, daß die Tour ausgerechnet in Frankfurt beginne: "Mir wär' Hamburg lieber gewesen, da hätte ich zu Hause bleiben können." Schwarzes T-Shirt, ...

          Dieter Bohlen meint abfällig, es sei purer Zufall, daß die Tour ausgerechnet in Frankfurt beginne: "Mir wär' Hamburg lieber gewesen, da hätte ich zu Hause bleiben können." Schwarzes T-Shirt, schwarzes Sakko, braungebrannt und mit Sonnenbrille: Standesgemäß edelprollig präsentierte "der Dieter" sich gestern bei der Pressekonferenz zum Auftakt der Finalisten-Tournee von "Deutschland sucht den Superstar". Das einzige, was er sich als Kind nie hätte träumen lassen, sagt Bohlen über Bohlen, sei, ein Schriftsteller zu werden. Jetzt bekomme er für "Nichts als die Wahrheit" doch morgen glatt die "Goldene Feder" - als erfolgreichster deutscher Autor.

          Der Tournee-Auftakt am Donnerstag abend in der Frankfurter Festhalle solle "der Hammää" werden. Zwölf Sattelschlepper haben das Drumherum herbeigebracht: Mit einem gewaltigen Lift sollen die "Superstars" von unten auf die Bühne gehievt werden - ganz wie einst in der Sendung von Bohlen aus dem Nichts in den Sternchenhimmel, will die monströse Inszenierungssymbolik andeuten. Angst bei Alex, Juliette & Co., daß alles so schnell vorbei sein könnte, wie es gekommen ist? Der 17 Jahre alte Daniel Küblböck aus Eggenfelden zumindest, von dem es heißt, er habe es mit seiner quäkigen Stimme geschafft, die Nation zu spalten, und von dem der über jeden Zweifel erhabene Heino gesagt haben soll, er werde noch das deutsche Gegenstück zu Jerry Lewis werden, gibt sich gelassen: "Wenn es eine zweite Superstar-Staffel gibt, und wir werden vergessen, gehe ich gern zurück in meinen Kindergarten." Fast rührend, wäre da nicht die Tatsache, daß der angeblich bisexuelle Siebzehnjährige es nahezu ohne alle gesanglichen Fähigkeiten bis auf den dritten Platz geschafft hatte.

          Die "Superstars" sollen in zwei Bussen schlafen. Bescheiden merkt Sendungssieger Alexander, 19 Jahre alt, an, es sei ihm egal gewesen, mit wem er sich ein Fahrzeug teile. Er habe noch keine Zeit gehabt, sich von dem vielen Geld ein Auto zu kaufen.

          Nur "der Dieter" kommt natürlich in einer Limousine mit Fahrer, um die Nacht möglichst im eigenen Bett zu verbringen, wie er sagt - bei Lebensgefährtin Estefania, die zur Pressekonferenz mitgekommen ist. Die Nachfolgerin von Nadja ab del Farrag ("Die hätte Harald Juhnke umsaufen können") und Verona Feldbusch ("Hier werden Sie geholfen") hatte sich unter anderem durch eine besondere Fürsorge für Bohlens Sofakissen und eine unbekleidete Flucht vor nächtlichen Einbrechern internationalen Ruf erworben. Bohlen verkündet nebenbei, er sei jetzt gar kein Macho mehr: Sätze wie der, die einzige Frau, auf die er je gehört habe, sei die vom Autonavigationssystem gewesen, würden nicht mehr über seine Lippen kommen.

          Dafür versucht sich Alex in der Rolle: In England habe man für die Tournee geprobt, sagt er. Die "Mädels" hätten eine Woche eher angefangen: "Die mußten mehr üben." Gleich gibt es einen Knuff von Vize-Superstar Juliette, mittlerweile mit einer ganz anderen Frisur als im Fernsehen - trotzdem selbst für Gelegenheits-RTL-Zuschauer an den stets kurzen Sommerkleidern leicht wiederzuerkennen. Auf diese weibliche Gewaltanwendung hin rudert Alexander augenblicklich zurück: Er habe selbstverständlich gemeint, die Rollen der weiblichen "Superstars" seien schwerer und erforderten mehr Vorbereitung - bis zu einem Bohlen ist es noch weit.

          Da ist der angeblich bisexuelle Daniel ("Ich bin nicht Kermit der Frosch") deutlich ehrlicher: Ein wenig Sorge vor "Buh"- Rufen habe er ja schon, gibt er zu. "In München rasten die Leute aus, wenn ich singe. Aber in Hamburg etwa komme ich nicht so gut an." Auf jeden Fall, verspricht er, werde er nicht weinend von der Bühne laufen. CHRISTIAN SIEDENBIEDEL

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