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Tourismus mit Tradition : Mit Mystik, Ziegenfleisch und Mountainbiking

Geheimnisvolle Ruinen: Burg Schwarzenfels Bild: Spessart Tourismus und Marketing

Auf Tradition und Moderne setzt die Tourismusgesellschaft des Main-Kinzig-Kreises bei der Vermarktung des Spessarts. Ein Thron in Rot und Gold soll Symbol dafür sein.

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          Einmal einen Thron zu besteigen, das wünschen sich viele. Die Besucher und Bewohner des Main-Kinzig-Kreises können das künftig tun. Der märchenhaft gestaltete Spessart-Thron ist eine der neuen Attraktionen, mit der die Spessart Tourismus und Marketing GmbH auf die Reize des Spessarts und seiner Orte aufmerksam machen will. Gestaltet wurde der Thron im Auftrag der Gesellschaft von dem Künstler Faxe Müller, ein erstes Exemplar wird im Burgwiesenpark in Jossgrund aufgestellt.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Der in majestätischem Rot und Gold gehaltene Thron aus Spessarteiche und Stahlblech soll Wind und Wetter trotzen. Er lädt die Besucher zum Platznehmen ein und zu einem Erinnerungsfoto, das die von weither kommenden Gäste in die Welt hinaus tragen. Sechs Städte im Kreisgebiet haben bisher ein Exemplar geordert, darunter die beiden Kurstädte Bad Soden-Salmünster und Bad Orb sowie die Kreisstadt Gelnhausen.

          Der rote Märchenthron ist für Spessartliebhaber allerdings keine Neuheit. Als Exemplar für drinnen steht er schon länger als Symbol der Märchenregion und der Heimat der Brüder Grimm. So taucht er immer wieder in Publikationen der Marketing-Gesellschaft auf und ist auch regelmäßiger Gast ihres Spessart-Blogs. Die Gesellschaft setzt mit ihrer Werbung nicht nur auf traditionelle Wege, sondern auch auf das, was die digitalisierte Welt heute zu bieten hat von professionellen Internetseiten über einen Whats-App-Newsletter und einen Instagram-Auftritt bis zu Imagefilmen im eigenen Youtube-Kanal.

          Die Spessart Tourismus und Marketing GmbH gründete der Main-Kinzig-Kreis vor drei Jahren gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern als Dach und Koordinator der zahlreichen touristischen Aktivitäten und Vermarktungsansätze im Kreis. Inzwischen spielt die Gesellschaft eine maßgebliche Rolle als Impulsgeber, wobei Geschäftsführer Bernhard Mosbacher Tradition und Moderne zusammenführt: Das Image von Mystik und Märchenhaftem trifft auf sportliche Aktivitäten wie Premiumwandern und Mountainbiken.

          Überblick über die Aktivitäten

          Einen Überblick über die Aktivitäten bietet das alljährlich herausgegebene Spessart-Magazin, zuletzt erschienen im Februar und erhältlich in erster Linie über die Gastgeber im Kreis und bei den Tourismus-Informationen, aber auch im Internet. Der moderne Ansatz der Marketing-Gesellschaft, wie er sich in dem Magazin widerspiegelt, spart aktuelle Trends natürlich nicht aus. So wird in dieser Tourismussaison erstmals Waldbaden angeboten, das Entspannung pur zwischen den Bäumen des Waldes verspricht.

          Tourismusdezernentin Susanne Simmler (SPD) legt besonderen Wert auf die Vermarktung und Förderung regionaler Produkte. Dabei geht es in diesem Jahr unter anderem um die Wiederentdeckung der Ziege als Lieferant von Fleisch und Milchprodukten. „Ziegenfleisch neu entdecken“ sollen Gäste und Gastronomie vom 9. bis 31.Oktober beim „Goatober“, zusammengesetzt aus dem englischen Wort Goat für Ziege und Oktober, der der beste Monat sein soll, um Ziegenfleisch zu genießen. Wer lieber Käse mag, der findet im Magazin auch einen Tipp: Der Klosterhof in Gomfritz im Bergwinkel ist die Heimat von 100 Ziegen, aus deren Milch Käse in vielen Varianten hergestellt wird.

          Zusammenarbeit mit dem bayerischen Spessart

          Weiter vertieft werden soll laut Mosbacher und Simmler die Zusammenarbeit mit den Tourismusvertretern im bayerischen Teil des Spessarts. Es gebe nur einen Spessart, sagen die beiden. Den Gästen sei es nicht wichtig, in welchem Teil sie sich gerade befänden. Das Konkurrenzdenken sei weitgehend abgebaut, so Mosbacher. Heute sei es selbstverständlich, dass im Gästeverzeichnis auf der Homepage auch die bayerischen Adressen vom Untermain genannt werden. Wichtigstes gemeinsames Projekt mit der bayerischen Organisation Spessart Mainland soll die „Spessart Acht“ werden, eine länderübergreifende Mountainbikestrecke, die über 350Kilometer von Bad Orb über Lohr und Miltenberg wieder zurück nach Bad Orb führen wird.

          Eine halbe Million Euro beträgt das jährliche Budget der Organisation. Dazu kommt eine weitere halbe Million Euro – 400.000 Euro vom Kreis und 100.000 von der IHK – zur Förderung einzelner Projekte in den Kommunen. 20 waren es im vergangenen Jahr, die die Kriterien Qualität, Innovation, Regionalität und Barrierefreiheit erfüllten. Gute Chancen für eine Förderung von bis zu 50.000 Euro hatten Vorhaben, die sich um innovative Übernachtungsmöglichkeiten, regionale Spezialitäten, mystische Spessarterlebnisse oder die Herstellung von Barrierefreiheit drehten.

          Bestätigt sehen Simmler und Mosbacher ihre Strategie durch die wachsenden Gästezahlen im Kreis. Zwar gebe es in den größeren Städten ein größeres touristisches Wachstumspotential, so Mosbacher. Doch im ländlichen Raum habe der Main-Kinzig-Kreis im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Die Zahl der Übernachtungen stieg nach Mosbachers Angaben von 1,37 Millionen im Jahr 2016 auf 1,44 Millionen im vergangenen Jahr. Die offizielle Statistik berücksichtige allerdings nur Beherbergungsbetriebe mit mehr als zehn Betten. Kleinere Pensionen oder alternative Übernachtungsangebote seien nicht berücksichtig, sie brächten weitere Urlauber in den Kreis.

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