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Fulda : Säugling liegt seit Monaten tot in Wohnung der Eltern

  • Aktualisiert am

Schon seit dem ausgehenden Winter hat ein toter Säugling in der Wohnung seiner Eltern in Fulda gelegen. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Hinweise auf ein Tötungsdelikt gebe es nicht.

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          Erschütternder Fund in Osthessen: Nach einem anonymen Hinweis hat die Polizei eine Babyleiche in einer Wohnung im Landkreis Fulda entdeckt. Der kleine Junge habe dort bereits seit Januar oder Februar tot einem Kinderwagen gelegen, sagte der Fuldaer Oberstaatsanwalt Lars Streiberger und bestätigte einen Bericht von „Osthessen News“. Gegen die Mutter werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

          Bislang deute alles auf eine tragischen häuslichen Unfall hin, sagte Streiberger. Die Mutter habe eingeräumt, sich beim Schlafen versehentlich auf das nicht mal ein Jahr alte Baby gelegt zu haben. Aus Angst vor der Polizei habe das Paar die Tat verschwiegen.

          Schweigen aus Furcht vor Strafe

          Nach Angaben der Staatsanwaltschaft muss der kleine Junge bereits vor vier oder fünf Monaten gestorben sein. Wann sich der Unfall ereignet habe, gilt als unklar. „Die Eltern wissen es selbst nicht mehr genau“, sagte Streiberger. Die Mutter habe angegeben, sich beim gemeinsamen Schlafen auf einer Matratze auf ihren Sohn gelegt zu haben.

          Aus Furcht vor Strafe habe das Paar das Kind dann in einen Kinderwagen gelegt und die Wohnung verlassen. Seitdem hätten die Frau und der Mann bei Freunden und Verwandten gewohnt. Das Paar stamme aus „schwierigen sozialen Verhältnissen“, wie es Streiberger nannte.

          Hinweise auf ein Tötungsdelikt gebe es nicht. Der geschilderte Ablauf der Mutter könne zunächst nicht widerlegt werden, sagte Streiberger. Eine Obduktion habe keine eindeutige Todesursache ergeben, da der Leichnam bereits stark verwest sei. Das Kind sei aber auf jeden Fall nicht verhungert oder verdurstet.

          Das tote Baby war am Montag vor einer Woche entdeckt worden. Die Polizei nahm daraufhin die Eltern zunächst fest. Nachdem zunächst wegen eines Tötungsdelikts ermittelt worden sei, stehe derzeit nur noch der Vorwurf der fahrlässigen Tötung im Raum. Ob es überhaupt einen Prozess gegen die Mutter geben werde, sei unklar.

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