https://www.faz.net/-gzg-9odsi

Vorbereitungen auf neue Saison : Eintracht mit Trapp einig

  • -Aktualisiert am

Spekulationsobjekt: Kevin Trapp spielt eine Hauptrolle in den Zukunftsplanungen der Eintracht. Bild: EPA

Eintracht Frankfurt bereitet sich auf die neue Saison vor. Trapp kehrt aus Paris zurück, Max Besuschkows Zeit in Frankfurt ist dagegen vorbei. Die Bemühungen um Max Kruse sind wohl aus finanziellen Gründen vergebens.

          Dass Torhüter Kevin Trapp der Eintracht die Treue halten will, wissen die Frankfurter schon länger. Die Vereinsverantwortlichen mit Sportvorstand Fredi Bobic an der Spitze haben mit dem Nationaltorhüter längst Einigkeit über die Fortsetzung der fruchtbaren Zusammenarbeit erzielt. Jetzt geht es nur noch um die Ablösesumme für den 28 Jahre alten Nationaltorhüter, den die Hessen in der abgelaufenen Runde vom französischen Meister Paris Saint-Germain ausgeliehen hatten.

          Nun soll der Transfer von Trapp, der in Paris noch einen Einjahresvertrag hat, aber kurz vor dem Abschluss stehen, das hat zumindest das französische Sportportal „football.fr“ am Dienstag gemeldet. Der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner verneinte auf Nachfrage jedoch, dass eine Einigung mit Paris über den Wechsel von Trapp bevorstehe. Das Angebot, das die Frankfurter den Franzosen unterbreitet haben, soll sich auf rund zehn Millionen Euro belaufen. Bobic hatte in einem Gespräch mit dem Fußball-Podcast „Der Sechzehner“ gesagt, dass in Paris die Situation im Moment „nicht so eindeutig“ sei, weil es dort Probleme in der Führungsriege gäbe.

          Den Auftakt in die Frankfurter Saisonvorbereitung in der kommenden Woche würde Trapp sowieso nicht mitmachen, weil der Nationaltorhüter noch Sonderurlaub hat. Die erste Trainingswoche beinhaltet gleich das erste Testspiel für die Eintracht. Am Donnerstag, den 4. Juli, das ist nur einen Tag nach der ersten öffentlichen Einheit (Beginn: 15 Uhr) auf dem Platz an der WM-Arena, wird sich der Bundesliga-Siebte der Vorsaison mit dem Gruppenliga-Verein DJK Bad Homburg in der Kurstadt von 19 Uhr an messen.

          Max Besuschkow verlässt die Eintracht

          Hinter den Profis liegen dann auch die Medizinchecks I und II, die zum Start der Saisonvorbereitung am 1. und 2. Juli in ihrem Terminkalender stehen. Zur Riege der Spieler, deren Fitness auf Herz und Nieren geprüft wird, hätte Max Besuschkow nicht gehört, weil die Eintracht den 22 Jahre alten Mittelfeldspieler eigentlich an den belgischen Zweitliga-Verein Royale Union Saint Gilloise ausgeliehen hatte. Aber nun wechselt er fest zum deutschen Zweitliga-Klub Jahn Regensburg.

          Bei der Eintracht hatte sich der 2017 vom VfB Stuttgart gekommene Besuschkow nicht durchsetzen können. „Für Max bietet sich in Regensburg eine große Gelegenheit, sich bei einem aufstrebenden Zweitliga-Klub zu etablieren und weiterzuentwickeln“, sagte Hübner am Dienstag. „Diese Chance wollten wir ihm nicht verwehren.“ Der Vertrag von Besuschkow, der es in Frankfurt nur auf vier Pflichtspiele brachte, lief ursprünglich bis einschließlich 30. Juni 2021.

          Max Kruse würde die Eintracht wiederum gerne unter Vertrag nehmen. Bobic sagte, dass sich die Hessen „intensiv“ mit einer Verpflichtung des Bremer Führungsspielers beschäftigt hätten. Aus wirtschaftlichen Gründen sieht der Frankfurter Sportvorstand aktuell aber „keine reelle Chance“, Kruse „zu bekommen“. Der Vertrag des ehemaligen Nationalspielers, auf den Eintracht-Cheftrainer Adi Hütter große Stücke hält, läuft an der Weser aus, der 31-Jährige wäre also ablösefrei zu haben.

          Gehälter im gesunden Rahmen zahlen

          Allerdings sollen seine Gehaltsvorstellungen sehr hoch sein, die Rede ist von etwa sechs Millionen Euro pro Jahr. Kruse, der mit Fenerbahce Istanbul in Verbindung gebracht wird, habe sicher auch Angebote, bei denen für ihn „die Möglichkeit“ besteht, seinen Marktwert „wirtschaftlich und auch sportlich gut zu nutzen“, sagte Bobic. Bei der Eintracht hingegen ist Maß halten angesagt – trotz der Ablösesumme (zwischen 60 und 70 Millionen Euro) für Stürmer Luka Jovic, die die Frankfurter von Real Madrid erhalten.

          Denn Bobic und seine Mitstreiter wollen die Gehaltsstrukturen im Kader weiter im „gesunden Rahmen“ halten. Neid unter dem Personal soll gar nicht erst aufkommen können. Außerdem möchten sich die Verantwortlichen keinem zu großen finanziellen Druck in der Zukunft aussetzen.

          Dazu gehört auch, dass die Eintracht in diesem Sommer von Transfers in einem höheren zweistelligen Millionenbereich wohl absehen wird. Bobic erinnerte in diesem Zusammenhang an die Investitionen zur Verbesserung der Infrastruktur. Die Frankfurter wollen vielmehr „in einem normalen Verhältnis für uns, wenn auch in einem höheren als vor drei Jahren“ Geld in die neue Mannschaft stecken.

          Europapokal-Dauerkarten schon ausverkauft

          Damals habe man „knapp drei Millionen Euro“ zur Verfügung gehabt, „jetzt wären es schon zwischen 20 und 30 Millionen Euro“, sagte der Sportvorstand. Bobic bestätigte darüber hinaus, dass sich die Eintracht mit den Leihspielern Martin Hinteregger und Sebastian Rode über eine Weiterbeschäftigung einig sei. Aber auch in diesen Fällen sei es mit den abgebenden Vereinen Augsburg und Dortmund „nicht so einfach“, meinte der Sportvorstand, der fünf bis sechs weitere Zugänge in Aussicht stellte. Zu ihnen könnte der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler Djibril Sow von Young Boys Bern gehören, dessen Wunsch ist es, nach Frankfurt zu kommen. Bei der Ablösesumme sind beide Vereine jedoch noch nicht auf einen Nenner gekommen.

          Klarheit hingegen herrscht bereits bei den zu vergebenden Europapokal-Dauerkarten. Schon einen Monat vor Beginn des ersten Qualifikationsspiels für die Europa League haben die Frankfurter alle 40.000 zur Verfügung stehenden Tickets verkauft. Innerhalb von nur drei Stunden hatte die Eintracht alle 14.000 Dauerkarten im freien Verkauf an die Eintracht-Mitglieder abgegeben. Beim ersten Vorkaufsrecht hatten auch die Bundesliga-Dauerkartenbesitzer nicht lange gezögert und schnell zugegriffen.

          Weitere Themen

          Sturmwarnung

          Eintracht Frankfurt : Sturmwarnung

          Nach Luca Jovic zieht es auch Sébastien Haller aus der Eintracht weg – zu West Ham United. Damit verlieren die Hessen ihre beiden besten Torschützen.

          Verlässt auch noch Rebic die Eintracht?

          Haller zu West Ham : Verlässt auch noch Rebic die Eintracht?

          Eintracht Frankfurt verkauft auch Sébastien Haller – und macht zusammen mit dem Transfer von Luka Jovic den größten Reibach seiner Clubgeschichte. Für Trainer Adi Hütter wird es immer schwerer, an die Erfolge einer ganz starken Saison anzuknüpfen.

          Topmeldungen

          Der Markt für Smartphone-Hersteller wie Apple, Huawei und Samsung kannte lange nur eine Richtung: nach oben. Diese Ära ist jetzt vorbei.

          Absatz von Smartphones : Handybesitzer zögern Neukauf immer länger hinaus

          Umweltschützer freut es, die Hersteller sind frustriert: Handybesitzer warten immer länger, bis sie sich ein neues Gerät kaufen. Die Top-Marken müssen ein Minus von fast 4 Prozent verkraften – 5G soll das ändern.

          EU-Urheberrecht : Von wegen keine Uploadfilter!

          Innerhalb der nächsten zwei Jahre muss Deutschland das neue EU-Urheberrecht umsetzen – ohne Uploadfilter. Das verspricht jedenfalls die CDU. F.A.Z.-Redakteur Hendrik Wieduwilt hat daran seine Zweifel.

          Video von Trump und Epstein : „Sie ist scharf“

          Donald Trump hat in den vergangenen Wochen immer behauptet, den des Sexhandels beschuldigten Milliardär Jeffrey Epstein kaum zu kennen. Ein Video von 1992 zeigt die beiden jedoch bei einer von Trumps Partys in Florida.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.