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Prozess um tödlichen Unfall : „Bremspedal wurde nicht betätigt“

  • -Aktualisiert am

Der Unfall mit drei Todesopfern ereignete sich bei Hofheim. Bild: dpa

Bei einem Autounfall nahe Hofheim sind drei junge Menschen ums Leben gekommen, weil der 19 Jahre alte Angeklagte kein einziges Mal vom Gaspedal runtergegangen sein soll. Vor dem Landgericht Frankfurt wurde ein entsprechendes Gutachten präsentiert.

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          An der Art, wie der Angeklagte den Gerichtssaal betritt, hat sich nichts verändert. Mit schwarzer Kapuze und einem Schreibblock vor dem Gesicht schützt sich Sebastian B. vor den Blicken anderer. Auch während dieser Verhandlung redet er kaum, behält den gesenkten Kopf und die vorgebeugte Haltung bei. Nur wenn er angesprochen wird, hebt er den Blick. Er spricht leise, mit zittriger Stimme. Der 19 Jahre alte B. ist angeklagt, im Juli 2020 als Fahrer bei einem Autounfall den Tod dreier Freunde fahrlässig verursacht zu haben; am Dienstag war der dritte Verhandlungstag vor dem Landgericht Frankfurt. Das Gericht hörte das Gutachten des Unfallsachverständigen und vernahm die Eltern zweier Verstorbener als Zeugen.

          „Ich versuche zu überleben“, sagt eine der Mütter, „aber ich habe kein Leben mehr. Nichts.“ Sie sei so stolz gewesen, als ihr Sohn ihr gesagt habe, er wolle zur Universität gehen. „Wir waren eine glückliche Familie.“ Jetzt nähmen sie und ihr Mann täglich zweimal Tabletten. Einmal abends, um schlafen zu können, einmal morgens, um über den Tag zu kommen. Immer wieder bricht ihr die Stimme weg.

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