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Sterben in der Pandemie : Der einsame Tod

Um den Altar im Dom St. Bartholomäus stehen Karten mit den Namen von Menschen, die an Corona gestorben sind. Bild: Wonge Bergmann

In der Pandemie sterben viele Menschen ohne jede Begleitung, bei den Begräbnissen muss auf manch tröstendes Ritual verzichtet werden. Verändert Corona die Art, wie wir mit dem Sterben umgehen?

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          Aus der Küche holt Carsten ein altes Foto. Darauf sind er und sein Onkel zu sehen, im Schottenrock. Aufgenommen wurde das Bild bei einer Hochzeit, zu der die Familie nach Schottland gereist war. Carsten, der in Frankfurt als Architekt arbeitet, erzählt, wie sie in ihren Kilts in eine Kneipe gegangen sind und wie seltsam sie sich damals in ihrem Outfit vorgekommen sind. Wie lustig das war. Und wie schön das war. Wie viele Jahre das Foto schon in der Küche hängt, das weiß er gar nicht mehr so genau.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Carstens Onkel ist gestorben, vor ein paar Wochen, an Covid-19. Hat sich, wie so viele andere auch, infiziert, als er – wegen Problemen bei der Durchblutung – im Krankenhaus war. Carsten erinnert sich, wie seine Tante ganz aufgelöst angerufen hatte, als sie erfahren hatte, dass ihr Mann positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Und wie er versuchte, sie, aber auch sich selbst zu beruhigen. Das wird schon wieder gut, war seine Hoffnung. Doch es wurde nicht mehr gut.

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