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FDP droht Hinz mit Klage : Jagdgegner protestieren gegen Bouffier

  • Aktualisiert am

Im Zeichen des Fuchs: Jagdgegner bei der Peta-Demonstration am Rande der staatlichen Gesellschaftsjagd in Mörfelden-Walldorf Bild: dpa

Jagd gefällt nicht jedem. Das haben am Mittwochmorgen Gäste des hessischen Ministerpräsidenten zu hören bekommen. Derweil droht die FDP Ministerin Hinz wegen der geplanten Jagdverordnung mit Klage.

          Rund 100 Tierschützer haben am Mittwoch in Mörfelden-Walldorf gegen die Gesellschaftsjagd des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) protestiert. Mit Trillerpfeifen, Tröten und Transparenten zogen unter anderem Vertreter der Tierrechtsorganisation Peta vor das Jagdschloss Mönchbruch, wo sich rund 40 Jagdgäste versammelten. Polizisten hielten die Gruppen auf Abstand.

          Carsten Wilke, Leiter der Forstabteilung im Hessischen Umweltministerium, wies auf die Grundsätze der Verfassung hin. Dazu gehöre auch, unterschiedliche Meinungen zu vertreten, sagte er bei der Begrüßung der Gäste. Wolfram Hammes, Leiter des Forstamts Groß-Gerau, unterstrich, mit der Jagd würden Überschüsse der Natur geerntet.

          Die Jagd, zu der Bouffier in den Staatswald bei Mörfelden-Walldorf südlich des Frankfurter Flughafens geladen hatte, war im Vorfeld unter anderem vom Bund der Steuerzahler kritisiert worden. In Niedersachsen und Hamburg seien vergleichbare Jagdausflüge gestrichen worden, weil sie als unzeitgemäß und zu teuer empfunden würden.

          Die hessische Staatskanzlei verwies auf die Tradition der Veranstaltung. Die Jagd sei grundsätzlich wichtig, da sie dazu diene, Schäden in der Forst- und Landwirtschaft einzudämmen.

          In Hessen wird derzeit über eine geplante neue Jagdverordnung der grünen Umweltministerin Priska Hinz debattiert. Die Jäger kritisieren die darin vorgesehenen Beschränkungen, Naturschützern gehen die Regelungen nicht weit genug.

          FDP droht mit Klage

          Derweil hat die FDP-Landtagsfraktion der hessischen Umweltministerin ein Ultimatum gestellt. Die Grünen-Politikerin solle ihren Entwurf für eine neue Jagdverordnung zurückziehen und das Jagdrecht auf dem jetzigen Stand belassen. „Sollte die Jagdverordnung dennoch durch Sie in Kraft gesetzt werden, werden wir aufgrund der Verletzung der Rechte des Parlaments den Staatsgerichtshof anrufen“, kündigen die Liberalen.

          Sie begründen ihren Vorstoß mit einer Anhörung im Landtag zu diesem Thema. Sie habe gezeigt, „auch aus wildbiologischer Sicht keine fachlichen und sachlichen Gründe zur Veränderung des aktuell gültigen Jagdrechtes ergeben“.

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