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Tierfotograf Faust gestorben : Mit großer Hingabe für das perfekte Bild

  • -Aktualisiert am

Mit Geduld eingefangen: Ein Taubenschwänzchen im Palmengarten, fotografiert von Winfried Faust Bild: Winfried Faust

Durch Beharrlichkeit, Ruhe und Arbeitseifer bekam Winfried Faust Tiere vor die Linse wie nur wenige andere. Nun ist der Tierfotograph gestorben. Ein Nachruf mit Bildern.

          Es kam nicht selten vor, da rief Winfried Faust in dieser Redaktion oder auch bei anderen Zeitungen an und fragte, ob man Interesse an einem Luchs habe. „Heute im Morgengrauen fotografiert.“ Oder am ersten Storchenpaar der Saison. Oder aber am Gorillababy im Zoo. Tiere, die sich bis dahin kaum jemandem gezeigt hatten. Außer ihm, Winfried Faust, der die erstaunliche Gabe besaß, sich stundenlang mit seiner Kamera hinzusetzen und nahezu reglos zu verharren, bis er das Tier, das er fotografieren wollte, vor die Linse bekam.

          So machte er Bilder, die kein anderer hatte. Und manchmal, wenn man am Telefon mit ihm ins Plaudern kam oder ihn im Westend zufällig in seinem Stammcafé traf, bei Cappuccino und Apfelkuchen, erzählte er, wie es zu dem Foto gekommen war. Seine Augen blitzten dann auf. Es war wie kindlicher Stolz. Tiere zu fotografieren, ob in freier Wildbahn oder im Zoo, war für Winfried Faust die größte Freude. Nun ist er im Alter von 71 Jahren gestorben.

          Das Gespür für den richtigen Moment: Tierfotograph Winfried Faus Bilderstrecke

          Im Zoo war der Frankfurter Dauergast. Auch jene, die ihn nicht mit Namen kannten, hatten sein Gesicht vor Augen. Ein kleiner, fast zierlicher Mann mit weißem Schnurrbart und meist etwas zotteligem Haar. „Weißt du schon, es gibt wieder Nachwuchs?“, hörte man ihn dann sagen. Jene Geheimnisse entgingen ihm nicht. Er kannte jedes Tier, hat ganze Generationen von Bonobos, Tigern, Giraffen und Bären festgehalten mit seiner Fotografie. Wo immer man ihn traf, brachte er gute Laune mit. Vor allem dann, wenn er in die Natur hinausfuhr. Wenn er einen ganzen Tag Zeit hatte nur für den einen Moment. Dann war er ganz bei sich.

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