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Ausstellung im MMK : Tiere und Sexual Power

Kunst gewordene Gewalt: Bruce Naumans Arbeit “Perfect Balance” mit Wachskopf und Monitor aus dem Jahr 1989. Bild: Frank Röth, Axel Schneider

Zwischen Tugend und Ausschweifung. Im Frankfurter MMK hat die Chefin eine besondere Ausstellung kuratiert. Sie heißt schlicht „Museum“. Es geht um Tiere um Sexual Power.

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          Bekanntes aus der Sammlung, ein paar Arbeiten, die in jüngster Zeit eigens für das Haus geschaffen wurden, einige Leihgaben und dazwischen: viel Raum, freie Flächen, die deutlicher denn je hervortretende postmoderne Architektur des Hans-Hollein-Baus. Nun ist im Hauptgebäude des Frankfurter Museums für Moderne Kunst (MMK) und im gegenüberliegenden Zollamt eine Ausstellung mit dem selbstbezüglichen Titel „Museum“ eröffnet worden. In der von MMK-Chefin Susanne Pfeffer kuratierten Schau sollen die Möglichkeiten erfahrbar werden, die das Museum als Institution bietet, wie das Nachdenken über die Gegenwart, ungewöhnliche Perspektiven auf die Welt und die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Tendenzen.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Eine wilde Fahrt durch Paris gegen fünf Uhr morgens, ungeachtet roter Ampeln, ein Rausch der Geschwindigkeit: Ein 35-Millimeter-Film, der auf Video übertragen wurde, zeigt aus der Perspektive eines Fahrers eine rasch vorbeiziehende Stadtlandschaft. Der französische Filmemacher Claude Lelouch hat sich in dem Achteinhalb-Minuten-Werk mit dem Titel „C‘etait un rendez-vous“ ausgetobt. Es ist Teil der Ausstellung „Museum“ im Frankfurter Museum für Moderne Kunst.

          Landschaft auf 35-Millimeter-Film: „C´etait un rendez-vous“ von Claude Lelouch. Bilderstrecke

          Jana Euler hat ihr „Triptychon“ erst jüngst für das zentrale Treppenhaus des MMK geschaffen. Das Werk verbindet die Etagen, besteht aus einem Selbstporträt mit Kaffeetasse, einem Relief, das die Wandfarbe des Gebäudes aufgreift, und einem monumentalen Gemälde, das einen der Dreiecksräume des Hauses widerspiegelt.

          Ein Thema, das in der Schau eine wesentliche Rolle spielt, ist unser Umgang mit Tieren: Der 2001 entstandene Lichtdruck „Hund mit Maske“ von Hans-Peter Feldmann zeugt davon, dass Menschen dazu neigen, ihren Mitgeschöpfen Individualität abzusprechen.

          „Sexual Power (Viagra Paintings)“ heißt eine Rauminstallation von Pamela Rosenkranz aus den Jahren 2018/19. Als Frau nimmt sie die Potenz für sich in Anspruch, kraftvolle Bilder zu schaffen. Das Atelier scheint sie nach einem Ausbruch schöpferischer Energie soeben verlassen zu haben. Rosemarie Trockels weißes Hemd mit kleinem Fleck und dem Etikett, auf dem „Justine Juliette“ steht und „Collection Desir“, bezieht sich auf zwei Romane des Marquis de Sade. Es geht um Tugend und Ausschweifung.

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