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In Nord- und Osthessen : Tief „Axel“ setzt Keller und Straßen unter Wasser

  • Aktualisiert am

Überschwemmte Straßen: Im osthessischen Künzell-Dirlos zeigen sich die Ausmaße der starken Regenfälle. Bild: dpa

Tief „Axel“ hat in Hessen seine Spuren hinterlassen. Im Nordosten laufen Keller voll und werden Straßen geflutet. Zwei Autofahrerinnen werden schwer verletzt.

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          Starke Unwetter haben am Dienstagmorgen in Nord- und Osthessen Straßen und Keller unter Wasser gesetzt. Besonders betroffen waren nach Angaben der Polizei die östlichen Kasseler Stadtteile Bettenhausen und Forstfeld sowie die Landkreiskommunen Lohfelden, Kaufungen, Niestetal und Helsa. Dort stand das Wasser teilweise knietief auf den Straßen. Bei einem Unfall auf regennasser Straße wurden zwei Autofahrerinnen schwer verletzt. Die 23 Jahre alte Frau war nahe Neuhof (Landkreis Fulda) ins Schleudern gekommen und mit dem Wagen einer 28 Jahre alten Frau zusammengestoßen.

          Wegen des starken Regens wurde die Autobahn 44 zwischen dem Kreuz Kassel-West und dem Dreieck Kassel-Süd bis in den Nachmittag hinein gesperrt. Auch zahlreiche Hauptverkehrsstraßen waren über Stunden unpassierbar, weil die Kanalisation die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnte. „Es kommt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen“, sagte ein Sprecher der Polizei in Kassel. Verkehrsteilnehmer wurden gebeten, besonders vorsichtig zu fahren und unnötige Fahrten zu vermeiden.

          Im Werra-Meißner-Kreis wurden bei Wanfried durch die Fluten mehrere Gullydeckel ausgehoben. In Hundelshausen überschwemmten die Regenfälle eine Bushaltestelle. In Neu-Eichenberg wurde ein Kuhstall unter Wasser gesetzt. Im Vogelsbergkreis rückten die Feuerwehren rund 30 mal aus. Die Helfer pumpten in Alsfeld vollgelaufene Keller aus und beseitigten umgeknickte Bäume. In Gießen, Fulda und dem benachbarten Künzell wurden Straßen gesperrt. Die Kinzig überschritt nach Angaben des Regierungspräsidiums in Darmstadt örtlich die Hochwasser-Meldestufe 3.

          Heftige Niederschläge

          Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hatte Tief „Axel“ vor allem dem Nordosten des Landes heftige Niederschläge gebracht. In Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) und Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) fielen innerhalb von 24 Stunden gut 95 Liter Regen pro Quadratmeter. Im Dreiländereck Hessen-Bayern-Thüringen waren es 93 Liter, in Schotten (Vogelsbergkreis) 91 Liter. „Hessen war damit abgesehen vom Alpenraum am stärksten betroffen“, sagte ein DWD-Meteorologe.

          Für die kommenden Tage ist laut DWD zwar weiterhin mit teils ergiebigem Dauerregen zu rechnen - „das Ärgste ist aber vorbei“, sagte der Wetterkundler. Am Mittwoch lockert es von Westen her auf, bis mindestens zum Wochenende bleibt es aber weiter wechselhaft. Die Temperaturen pendeln dabei ab Donnerstag zwischen 17 und 22 Grad.

          Der Westen Hessens blieb von den Unwettern am Dienstag hingegen verschont: In Raunheim (Kreis Groß-Gerau) und dem West-Taunus fielen zwischen Montagmorgen und Dienstagmorgen gerade einmal zehn Liter Regen pro Quadratmeter - erst ab 50 Litern spricht der DWD von einem Unwetter.

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