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Altersvorsorge : Neuer Anlauf für die „Deutschland-Rente“

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Lässt nicht locker in Sachen „Deutschland-Rente“: Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) im Landtag Bild: dpa

Gemeinsam mit seinen Ministerkollegen Stefan Grüttner und Tarek Al-Wazir hat Hessens Finanzminister Thomas Schäfer die „Deutschland-Rente“ ersonnen. Und er lässt nicht locker.

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          Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) hat im Landtag kräftig die Werbetrommel für die „Deutschland-Rente“ gerührt. Mit dem Vorschlag der Landesregierung werde ein verständliches und günstiges Basisprodukt geschaffen, sagte er im Plenum. Die Rente solle zum Selbstkostenpreis vom Deutschlandfonds verwaltet werden. „So ist das Geld, das Bürger für ihre Altersvorsorge beiseitelegen, vor überteuerten Angeboten sicher“, erklärte der Minister.

          Zudem solle die Deutschland-Rente mehr auf Aktien setzen als viele derzeitige Altersvorsorgeprodukte. Die Politik bekomme keinen Zugriff auf den Deutschlandfonds. „Er agiert eigenständig und unabhängig“, betonte der Finanzminister. Damit sich möglichst viele Menschen beteiligen, müsse „sanfter Druck“ aufgebaut werden. Dies geschehe dadurch, dass jeder einzahlt, solange er sich nicht aktiv dagegen entscheidet.

          FDP verweist auf „Kapitalmarkt-Risiko“

          „Andere Länder erreichen so einen Verbreitungsgrad von etwa 90 Prozent“, sagte Schäfer. Die Deutschland-Rente solle keine bestehenden Angebote verdrängen, sie aber sinnvoll ergänzen. „Wenn private Anbieter dadurch angespornt werden, selber günstigere und verständlichere Produkte in den Markt zu bringen, freue ich mich.“

          Die „Deutschland-Rente“ kann nach Einschätzung der Landtagsopposition eine drohende Altersarmut nicht wirksam bekämpfen. „Sie dürfte einen erheblichen Teil der Gering-und Mittelverdiener nicht erreichen“, sagte der rentenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Wolfgang Decker. Diese Gruppe der Arbeitnehmer werde auch künftig kein Geld übrig haben, um es in die Altersvorsorge zu stecken.

          Dieser Deutschlandsfonds sei - anders als propagiert - nicht sicher, warnte die FDP-Abgeordnete Nicola Beer. „Der Kunde trägt das Kapitalmarktrisiko.“

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