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Thomas Cook und Condor : Hoffnung erlaubt

Zu einer Pleite scheint es im Fall der angeschlagenen deutschen Unternehmen Thomas Cook und Condor nicht zu kommen. Bild: EPA

Im Fall der deutschen Unternehmen Thomas Cook und Condor scheint es nicht zu einer Pleite zu kommen. Können die tausenden Mitarbeiter nun aufatmen?

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          Eine Pleite klingt dramatisch: nach Niederlage, Scheitern und dem Verlust vieler Arbeitsplätze. Doch ganz so schlimm scheint es im Fall der angeschlagenen deutschen Unternehmen Thomas Cook und Condor nicht zu kommen. Ihre zusammen 7000 Mitarbeiter in Deutschland dürfen erwarten, nicht in die Arbeitslosigkeit abrutschen zu müssen.

          Nicht nur die beiden Unternehmen selbst, sondern auch Analysten und Gewerkschafter betonen, dass die deutschen Töchter profitabel arbeiten und es vor allem der überschuldete britische Mutterkonzern ist, der beide in Existenznöte gebracht hat. Nun ist es natürlich rhetorisch geschickt von den Deutschlandzentralen, jegliche Verantwortung an den Konzernsitz in London abzuschieben. Aber es stimmt tatsächlich, dass die Zahlen ausweislich früherer Geschäftsberichte in Deutschland positiv sind. Insofern ist die Lage der Cook-Töchter eine völlig andere als etwa die von Air Berlin vor einigen Jahren.

          Aussichten auf Investoren

          Durch das Insolvenzverfahren von Thomas Cook und das Schutzschirmverfahren bei Condor – eine Insolvenz light gewissermaßen – können sie es verhindern, dass die Briten Mittel aus Deutschland abziehen. Und sowohl der Reiseveranstalter aus Oberursel als auch die Fluggesellschaft aus Kelsterbach haben gute Aussichten auf Investoren und damit eine Fortführung des Geschäfts.

          Gesichert ist ihr Überleben nicht. Natürlich besteht nun die Gefahr, dass die jetzige Zahlungsunfähigkeit in der nahen Zukunft zu viele Kunden abschreckt, noch Reisen oder Flüge bei den Unternehmen zu buchen. Alternative Anbieter gibt es schließlich viele. Die Beschäftigten in Oberursel und am Frankfurter Flughafen stehen daher vor Wochen größter Ungewissheit, in denen jede kleinste Wendung und jedes Gerücht entweder die Freude auf eine Rettung des Unternehmens oder die Furcht vor dem Untergang schürt.

          Leichter gesagt als gelebt

          Aber auch wenn es leichter gesagt als gelebt ist: Es gibt gute Gründe für die Mitarbeiter von Thomas Cook und Condor, zuversichtlich zu bleiben. Zum einen ist der Tourismusmarkt derzeit so stark wie nie, in den vergangenen 15 Jahren hat sich der Umsatz der deutschen Reiseveranstalter verdoppelt. Zudem dürfte gerade die Kritik an Billigfliegern den Anbietern von Pauschalreisen neue Kunden zutreiben. Solche Rahmenbedingungen machen es leichter, sich zu sanieren oder auch Investoren anzulocken.

          Zum anderen: Selbst wenn die Rettung doch nicht gelingt, dürfte es vielen nicht schwer fallen, schnell eine neue Anstellung zu finden. Der Arbeitsmarkt giert gerade in der Rhein-Main-Region nach erfahrenen Fachkräften. Seinen Arbeitgeber ungewollt zu verlieren ist gleichwohl niemandem zu wünschen.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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