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Inklusives Theater in Hessen : Theatertreffen am Rhein

„Grenzenlos Kultur“ am Staatstheater Mainz ist ein internationales Theatertreffen der besonderen Art. Bild: © Simone Scardovelli

Plötzlich diese Übersicht: Mit „Grenzenlos Kultur“ in Mainz und dem „Made Festival“ in Wiesbaden kommen Bühnen aus Hessen und anderswo vor die Haustür.

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          Die Nachbarn üben Willkommenskultur. Die Flüchtlingsfamilie, die einziehen wird, soll mit einer Party begrüßt werden. Dumm nur, wenn bei den Vorbereitungen die eigenen Vorurteile und Animositäten erst recht zum Vorschein kommen. Die kanadische Theatergruppe Joe et Jack ist mit ihrem Stück „Dis Merci“ jetzt selbst Teil einer Willkommenskultur, die seit nunmehr 21 Ausgaben phantastisch funktioniert.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Von heute an bis zum 22. September heißt es wieder „Grenzenlos Kultur“ am Staatstheater Mainz. Ein internationales Theatertreffen der besonderen Art, denn es zeigt schon immer Theater, das inklusiv arbeitet, Ensembles, die sich mit Beeinträchtigungen verschiedener Art und mit Diversität befassen, inhaltlich und in der Arbeit. Publikumsgespräche, Vorträge und eine Tagung gehören dazu – und vor allem ein handverlesenes Programm.

          Freie Theater aus allen Teilen Hessens

          Dieses Mal sind Compagnien wie das Theater RambaZamba aus Berlin oder Meine Damen und Herren aus Hamburg dabei, internationale Koproduktionen wie Stephanie van Batum und Stacyian Jackson mit „Don’t worry be Yoncé“ oder Rimini Protokoll, die das Frankfurter Tourette-Stück „Chinchilla Arschloch was was“ aus dem Bockenheimer Depot ins Staatstheater verlegen. Denn manchmal sind nicht nur die internationalen Gastspiele, sondern auch das, was gar nicht so weit entfernt liegt, dem jeweiligen Theaterpublikum unbekannt.

          Deshalb sind zur selben Zeit auf der anderen Rheinseite freie Theater aus allen Teilen Hessens zu Gast, um beim „Made Festival“, abgekürzt für „100 Prozent Made in Hessen“ ausgewählte aktuelle Stücke zu zeigen, für die man sonst ganz schön herumfahren würde. Nach Kassel zum Beispiel, von wo das traditionsreiche Aktionstheater mit seiner „Gegen-Trilogie“ kommt, oder nach Gießen, von wo aus Mobile Albania aufbricht, um gleich den ganzen Wiesbadener Stadtraum zu bespielen.

          Das Aktionstheater Kassel kommt mit der „Gegen-Trilogie“ nach Wiesbaden.

          Nur drei Tage dauert die Biennale „Made“, die dann in andere hessische Städte weiterzieht. Mit dabei sind unter anderen aus Frankfurt Cornelia Niemann mit ihrem autobiographischen Stück „Möchten Sie Ihren Vater wirklich in den Papierkorb verschieben?“ und Vlasova/Pawlica aus Offenbach mit dem Tanzstück „Read to me“. Lauter Gelegenheiten, vor der Haustür Neues anzusehen – oder mal an den Rhein zu fahren.

          GRENZENLOS KULTUR Staatstheater Mainz, bis 22. September

          MADE FESTIVAL Wiesbaden, bis 14. September

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