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Staatsanwaltschaft ermittelt : Terrorverdächtiger Halil D. in Psychiatrie

  • -Aktualisiert am

Nach Verbüßung der Haftstrafe in der Psychiatrie: Halil D., Bombenbauer von Oberursel Bild: dpa

Der Bombenbauer aus Oberursel ist nach Verbüßung seiner Haftstrafe in die Psychiatrie gebracht worden. Gegen ihn wird laut Staatsanwaltschaft zudem neu ermittelt.

          Der Terrorverdächtige Halil D., dem vor knapp drei Jahren vorgeworfen wurde, 2015 einen Anschlag auf das traditionelle Radrennen durch Frankfurt und den Taunus am 1. Mai geplant zu haben, befindet sich nicht mehr in Haft. Nach Informationen dieser Zeitung wurde er am Freitag in die Psychiatrie nach Haina gebracht, wo er vorerst bleiben soll. Ende vergangener Woche hatte der 38 Jahre alte Islamist aus Oberursel seine zweieinhalbjährige Haftstrafe verbüßt. Kurz vor seiner Freilassung wurde er jedoch abermals dem Richter am Landgericht vorgeführt, der verfügte, D. solle wegen psychischer Auffälligkeiten in eine entsprechende Einrichtung überführt werden.

          Obwohl D., in dessen Keller eine fertige Rohrbombe gefunden worden war, eine konkrete Anschlagsplanung damals nicht nachgewiesen werden konnte und er deshalb nur wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie Urkundenfälschung verurteilt wurde, halten ihn die Behörden nach wie vor für gefährlich. Er soll vor seiner Verhaftung engen Kontakt zu Islamistenkreisen gepflegt haben. Es gab Hinweise, dass er sich nach der Haftentlassung nach Essen absetzen wollte, wo dem Vernehmen nach mittlerweile seine Familie lebt. Während seiner Zeit im Gefängnis soll er sich Gesprächsangeboten zur Deradikalisierung verweigert haben. Die Behörden gehen davon aus, dass er nach wie vor der salafistischen Ideologie anhängt.

          Wie lange Halil D. in der Psychiatrie bleiben muss, ist unklar. Für eine dauerhafte Unterbringung wäre ein psychiatrisches Gutachten notwendig. Die Auffälligkeiten, die ihm das Gericht jetzt bescheinigte, sind nicht konstruiert: Schon während des Prozesses hatte D. mehrfach geäußert, in seiner Zelle seien Klopfgeräusche zu hören. In jüngerer Zeit soll sein Verhalten zum Teil wahnhafte Züge angenommen haben.

          Auch im Prozess konnte die Frage nicht geklärt werden, ob D. die Rohrbombe tatsächlich für einen Anschlag gebaut hatte oder ob es sich um eine „Bastelei“ aus seiner Jugendzeit handelte. Es gebe aber neue Vorwürfe gegen ihn. Zu den laufenden Ermittlungen könne sie nur sagen, dass es um Beleidigung gehe, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

          Auf den Oberurseler aufmerksam geworden waren die Behörden, nachdem er in einem Baumarkt unter falschem Namen eine größere Menge Wasserstoffperoxid gekauft hatte, angeblich, um damit seinen Gartenteich zu säubern, den es jedoch gar nicht gab. Das Gericht stellte schließlich fest, dass die Anschlagsplanung nicht hinreichend belegbar sei.

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