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Tennisdamen des TC Bad Vilbel : Vor der Krönung

  • -Aktualisiert am

Paris statt Bad Vilbel: Kirsten Flipkens wird im Spiel gegen Blau-Weiss Aachen nicht dabei sein. Bild: EPA

Innerhalb von acht Jahren haben sich die Tennisdamen des TC Bad Vilbel aus der Bezirksoberliga in die Bundesliga hoch gekämpft. Der kometenhafte Aufstieg soll am Wochenende im Meistertitel gipfeln.

          Eine gelungene Premiere ist es ohnehin schon. Daran dürfte auch ein Misserfolg am letzten Spielwochenende in der Tennis-Bundesliga der Damen nichts ändern, an dem das Team Ladival TC Bad Vilbel eine bis dato exzellente Saison mit der Meisterschaft krönen kann. Der Aufsteiger, der 2011 noch sechs Klassen tiefer im Niemandsland des Tennissports unterwegs war, führt die Tabelle der deutschen Beletage nach vier von sechs Spielen weiterhin als einziges unbesiegtes Team an. Mit einem weiteren Erfolg im letzten Heimspiel der Saison an diesem Freitag (13 Uhr) gegen den Tennisklub Blau-Weiss Aachen und einem gleichzeitigen Patzer des einzigen Titelkonkurrenten TC Bredeney Essen wäre der Titelgewinn perfekt, den vor acht Jahren in der Bezirksoberliga wohl niemand für möglich gehalten hätte.

          Er sei bisher „sehr zufrieden“, sagt der Cheftrainer und Sportliche Leiter, Marcello Craca, der das Saisonziel trotz eines stark besetzten Kaders vor der Runde eher defensiv kommunizierte und von einer „positiven Etablierung in der Liga“ sprach. Das ist dem TC Bad Vilbel zweifelsohne gelungen. Die Favoritenrolle ist kurz vor dem Saisonende nicht mehr abzuweisen. Auch Craca sagt inzwischen öffentlich, dass die Meisterschaft nun das Ziel sei, weist dabei aber postwendend auf die komplizierten Planungen hin, die das letzte Wochenende der Saison begleiten. „Das Saisonfinale wird sehr schwer. Sowohl für uns als auch für andere Mannschaften“, sagt Craca, der 24 Stunden vor dem Beginn des Spieltags noch keines seiner vielen Fragezeichen bei der Aufstellung streichen konnte.

          Marcello Craca lässt sich nicht in die Karten schauen

          Die WTA-Turniere haben bei den Profispielerinnen Vorrang. Welches Sextett an diesem Freitag wirklich für Bad Vilbel aufschlagen wird, entscheide sich erst am späten Abend, teilte die ehemalige Nummer 90 der Herren-Weltrangliste am Donnerstag mit. In die Karten wollte sich Craca bei seinen Planungen nicht schauen lassen. Definitiv fehlen werden am Freitag die Belgierin Kirsten Flipkens und die Schwedin Johanna Larsson. Das Duo steht im Doppel-Halbfinale der French Open in Paris, das parallel zum Heimspiel gegen Aachen stattfindet.

          Bei einem Ausscheiden wären beide für das Bundesligafinale am Sonntag gegen Blasewitz Craca zufolge wieder eine Option. Andere Spielerinnen seien hingegen angeschlagen oder bei anderen Turnieren, um sich auf die bevorstehende Rasenplatzsaison vorzubereiten. Garantien gäbe es deshalb keine. Zu Gute kommen könnte dem TC Bad Vilbel der „große logistische Aufwand“, den der Klub bisher betrieben hat, damit die Spielerinnen sich rund um den Bundesliga-Spieltag wohl fühlen können. Die Verantwortlichen kümmern sich um Unterkünfte sowie geeignete Flug- und Zugverbindungen.

          Vorgekommen ist es auch schon, dass Spielerinnen unmittelbar nach dem Bundesligaspieltag von Craca oder dem Klub-Vorsitzenden Dirk Hinkel quer durch die Republik zum nächsten Turnier oder Flughafen gefahren wurden. Die Rundumversorgung kommt bei den Spielerinnen gut an. Das große Engagement des Klubs soll sich nun spätestens am Sonntag bezahlt machen. „Wir wollen das Ganze so gut wie möglich abschließen“, sagt Craca. An den zweiten Platz dürfte er bei diesen Worten nicht gedacht haben. Dieser wäre nach dem kometenhaften Aufstieg des TC Bad Vilbel in den vergangenen Jahren aber wohl auch keine Tragödie.

           

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