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Tennis : Pendlerpauschale für Lendl

Zusammen mit anderen ehemaligen Spielern kehrt er auf die Tennisbühne zurück: Ivan Lendl. Bild: dapd

Die Tenniswelt blickt in diesen Tagen nach Paris - und auf Ivan Lendl. Dieser verließ Frankreichs Hauptstadt und spielt nun in Frankfurt.

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          Die Tenniswelt blickt in diesen Tagen nach Paris - und was macht Ivan Lendl? Er haut ab aus Frankreichs Hauptstadt und spielt in Frankfurt. Sein Intermezzo am Main sei längst abgesprochen mit Andy Murray, den Lendl seit einigen Monaten betreut: „Er wusste von meinen vertraglichen Verpflichtungen und hat sie akzeptiert“, sagte der achtmalige Grand-Slam-Turniersieger, bevor er am Freitagnachmittag beim „Cup of Legends“ den Schläger schwang. Während der Weltranglistenvierte aus Schottland sich nun vorübergehend ohne seinen Coach auf die an diesem Sonntag beginnenden French Open vorbereiten muss, misst Lendl sich lieber mit Altersgenossen.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wohl kaum einer der acht Altstars ist so fit zum Frankfurter Tennisstadion gekommen wie Lendl. Zwar frönen auch die Herren Michael Stich, Henri Leconte oder Pat Cash weiter leidenschaftlich ihrem Hobby, das einst ihr Beruf war. Doch Lendl lieferte sich mit dem Vollprofi Murray in den vergangenen Tagen ständig einen Schlagabtausch - „bis zu einer Dreiviertelstunde“, wie der eingebürgerte Amerikaner sagt, der jahrelang als Golfer beachtliche Leistungen vollbrachte, ehe er seine schlimmen Rückenbeschwerden überwunden hatte und auch wieder zum Tennisschläger griff. „Er ist älter und langsamer geworden“, sagt Cash über den 52-Jährigen, „aber er spielt so hart, dass er hier die größte Herausforderung für jeden von uns ist.“

          „Aber in unserem Alter ist es schon schwierig genug, auf roter Asche zu spielen“

          Dass das Frankfurter Legendentreffen gleichwohl eher eine niveauvolle Gaudi ist als eine ernste Auseinandersetzung, bei der bis zum letzten Punkt gekämpft wird, daraus machen die älteren Herrschaften kein Hehl. Doch für Leconte würde der Spaß am bunten Treiben dort aufhören, wo eine neue Farbe ins Spiel käme. Der Franzose fand es zwar „okay“, dass die Profis jüngst in Madrid auf blau eingefärbtem Sand gespielt hätten: „Aber in unserem Alter ist es schon schwierig genug, auf roter Asche zu spielen.“

          Der Australier Cash dagegen mag es am liebsten kunterbunt. Davon zeugen nicht nur die rote Rose, die er sich auf dem linken Unterarm eintätowiert hat, und das schwarz-weiß-karierte Band um seine Stirn. Seine Begeisterung für alles Schrille im Weltsport geht so weit, dass er sich auch ein Schauturnier wie in Frankfurt auf blauem Sand vorstellen könnte. „Tennis ist Unterhaltung“, sagt der Wimbledonsieger von 1987, „und wenn man durch blauen Untergrund mehr Fans, Fernsehanstalten und Sponsoren anzieht - warum nicht?“ Nörglern wie Djokovic, Nadal und anderen Topprofis hält er entgegen: „Auch wenn sie den blauen Sand verabscheuen - den Scheck, den sie danach in die Hand bekommen, den mögen sie.“ In diesem Falle geht es den aktuellen Profis in aller Welt auch nicht anders als den alten in Frankfurt. Die Pendlerpauschale für die Hin- und Herreise zwischen Paris und Frankfurt lohnt sich durchaus für Ivan Lendl.

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