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Temperaturmessungen bei Kunden : Apple wird Prüffall für Datenschützer

Reger Betrieb: der Apple-Laden in der Frankfurter Fußgängerzone vor Corona Bild: Wolfgang Eilmes

Wenn Kunden einen Laden von Apple betreten wollen, messen Mitarbeiter deren Körpertemperatur. Der hessische Datenschutzbeauftragte will prüfen, ob der Elektronikhersteller damit einschlägige Regeln verletzt.

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          Weil der Elektronikhändler Apple die Körpertemperatur all seiner Kunden messen will, hat sich der hessische Datenschutzbeauftragte eingeschaltet. Es werde geprüft, ob das Unternehmen damit Datenschutzregeln verletze, hieß es am Montag aus dem Büro des Datenschutzbeauftragten Michael Ronellenfitsch. Konkreter wolle man sich wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern. Zudem soll der Fall am Dienstag bei der Konferenz der 16 Datenschutzbeauftragten der Länder besprochen werden.

          Am Montag hatte Apple bundesweit seine großflächigen Geschäfte wieder öffnen können. Bevor Kunden die Läden betreten, sollen jedoch Mitarbeiter mit Infrarot-Thermometern die Körpertemperatur messen, um andere Kunden und die Beschäftigten vor dem Coronavirus zu schützen. Fieber ist neben Husten und Atemnot ein mögliches Symptom für eine Covid-19-Infektion. Mitarbeiter des Datenschutzbeauftragten hatten am Montag incognito den Apple-Store an der Frankfurter Fressgass’ besucht und die Praxis selbst beobachtet. Prüfen dürften die Datenschützer unter anderem, ob die Messung der Körpertemperatur verhältnismäßig ist und was mit den Messdaten geschieht. Kunden müssen ohnehin Masken tragen, wenn sie Geschäfte betreten. Wie allerdings zu beobachten war, wurden auch Kunden in den Frankfurter Apple-Laden gelassen, die eine Messung verweigerten.

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